Gibraltar | Bildquelle: AFP

Streit um britische Exklave Spanisches Kriegsschiff vor Gibraltar

Stand: 04.04.2017 21:15 Uhr

Regelmäßig befahren spanische Marineschiffe Gewässer vor Gibraltar, die Großbritannien für sich beansprucht. Doch inmitten der Spannungen um die Brexit-Verhandlungen hatte ein solcher Vorfall am Dienstag mehr Brisanz als sonst.

Inmitten des Streits um die Zukunft von Gibraltar ist ein spanisches Kriegsschiff ohne Erlaubnis durch die umstrittenen Gewässer vor der britischen Exklave gefahren. Die Korvette "Infanta Cristina" fuhr etwa eine Meile von der Küste entfernt an Gibraltar vorbei, woraufhin die britische Marine nach eigenen Angaben ein Patrouillenboot losschickte.

Großbritannien beansprucht drei Meilen um den Felsen für sich. Spanien hält dagegen, dass es sich um spanische Gewässer handle. Entsprechend dementierte das spanische Außenministerium, dass das Schiff illegal Gewässer befahren habe.

Ein Sprecher der Regierung von Gibraltar verurteilte hingegen das "illegale Eindringen" des spanischen Marineschiffes als neuerliches Beispiel "für die Art, in der Spanien regelmäßig gegen die UN-Seerechtskonvention verstößt". Ein britischer Regierungssprecher kündigte einen "formellen diplomatischen Protest bei der spanischen Regierung" an.

Es kommt regelmäßig vor, dass spanische Marineschiffe durch die von Gibraltar beanspruchten Gewässer fahren. Der Vorfall vom Dienstag erfolgte aber inmitten wachsender Spannungen zwischen London und Madrid um die Zukunft Gibraltar nach dem EU-Austritt Großbritanniens.

Die Regierung von Gibraltar fürchtet, dass Spanien im Zuge des Brexit seinen Anspruch auf das Gebiet geltend machen könnte. Die Regierung in London versicherte ihrerseits, an den Ansprüchen auf seine Exklave festzuhalten. Das an der Südspitze Spaniens gelegene Gibraltar gehört seit 1713 zu Großbritannien. Die Exklave hat 32.000 Einwohner.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. April 2017 um 10:08 Uhr.

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