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Nach dem tödlichen Überfall auf einen Siedler hat die israelische Armee in Nablus drei Palästinenser erschossen. Sie gehörten den Al-Aksa-Brigaden an. Auch im Gaza-Streifen tötete die Armee drei Palästinenser. Diese hatten sich den Grenzanlagen zu Israel genähert.
Von Sebstian Engelbrecht, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv
Während Tausende Pilger in Bethlehem Weihnachten feiern und für den Frieden beten, wird wieder geschossen – im Westjordanland und im Gaza-Streifen. Die israelische Armee tötete insgesamt sechs Palästinenser. In Nablus im nördlichen Westjordanland erschossen Soldaten bei einer Razzia drei Palästinenser, die den Al-Aksa-Brigaden angehörten, dem militanten Flügel der Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Abbas.
Nach Informationen der israelischen Zeitung "Ha’aretz" waren die Palästinenser für den Anschlag auf einen israelischen Siedler im Westjordanland am Donnerstag verantwortlich. Der Mann war erschossen worden, als er allein in seinem Auto in der Region Nablus unterwegs war. Die Al-Aksa-Brigaden hatten sich zu dem Anschlag bekannt.
Mit den beiden Attacken endet eine Zeit relativer Ruhe im Westjordanland. In den vergangenen zwei Jahren führten die Bürger von Nablus ein vergleichsweise friedliches Leben. Heute aber drangen israelische Truppen wieder ins Zentrum der Stadt vor.
Auch im Gaza-Streifen tötete die Armee in der vergangenen Nacht drei Palästinenser. Sie hatten sich im Norden des Küstenstreifens den Grenzanlagen zu Israel genähert. Die israelische Zeitung "Jedioth Achronoth" berichtet, die Armee hätte die Palästinenser aus der Luft und vom Boden aus beschossen, als sie sich bei Dunkelheit – auf der Erde robbend – der Grenze genähert hätten. Ihr Ziel sei es möglicherweise gewesen, die Grenzmauer in Richtung Israel zu überwinden. Nach Informationen der im Gaza-Streifen regierenden Hamas handelte es sich um Zivilisten, die in einem zerbombten Industriegebiet nach Altmetall suchten.
Ein Sprecher von Präsident Mahmud Abbas verurteilte die Angriffe der israelischen Armee. Nabil Abu Rudeineh erklärte, diese Eskalation der Gewalt zeige, daß Israel nicht an Frieden interessiert sei und versuche, so wörtlich, "die Situation zum Explodieren zu bringen".
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