Nordirland Sinn-Fein-Chef Adams freigelassen

Stand: 04.05.2014 22:56 Uhr

Der in Nordirland im Zusammenhang mit einem Mord aus dem Jahr 1972 festgenommene Chef der Partei Sinn Fein, Gerry Adams, ist wieder frei. Der 65-Jährige sei am Abend nach vier Tagen aus der Haft entlassen worden, teilte die Polizei mit. Die Ermittlungsakten würden an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Nach Informationen der BBC wurde Adams bis zu 17 Stunden pro Tag verhört.

Gerry Adams (Bildquelle: dpa)
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Seit langem im Mordfall McConvill unter Verdacht: Gerry Adams

Die Festnahme hatte hohe Wellen in Nordirland geschlagen. In der nordirischen Regierung teilen sich die früher verfeindeten pro-irischen und pro-britischen Kräfte der Region heute die Macht.

Adams war im Zusammenhang mit dem Mord an Jean McConville vernommen worden. Die Leiche der 1972 durch die Irisch-Republikanische Armee (IRA) entführten Frau war erst 2003 entdeckt worden. Die IRA verdächtigte sie, ein Spitzel gewesen zu sein.

Adams spricht von böswilliger Kampagne

Adams hatte betont, er sei unschuldig. Auch hatte er stets bestritten, Mitglied der IRA gewesen zu sein. Er war einer der Verantwortlichen für das Karfreitagsabkommen von 1998, mit dem Jahrzehnte der Gewalt zwischen pro-irischen und pro-britischen Kräfte in Nordirland beendet wurden.

Nach seiner Freilassung sprach Adams von einer "böswilligen Kampagne" gegen ihn, die von "alten Garden" in der Polizei und von Gegnern des Friedensprozesses in seiner eigenen republikanischen Bewegung geschürt würde. Die Vorwürfe gegen ihn basierten auf "Hörensagen". Die Polizei habe bei den Vernehmungen keinerlei Beweise gegen ihn vorgelegt. Er lasse sich aber nicht darin beirren, den Friedensprozess und die Zusammenarbeit seiner Partei mit der Polizei fortzusetzen.

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