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Porträt Bidsina Iwanischwili

Die großen Ziele des Multimilliardärs

Als Unternehmer häufte er in den Perestroika-Jahren großen Reichtum an. Nach seinem Wahlsieg steht der Multimilliardär Bidsina Iwanischwili kurz davor, der mächtigste Mann Georgiens zu werden. Dem Volk hat er Reformen und eine Annäherung an Russland versprochen - ambitionierte Ziele eines politischen Neulings.

Von Matthias Reiche, ARD-Hörfunkstudio Moskau

Bauernkind, Diplomwirtschaftler, Multimilliardär - und künftig wohl auch politisch der mächtigste Mann Georgiens. Lange Zeit war Bidsina Iwanischwili für viele nur der geheimnisvolle Oligarch. Er scheute die Öffentlichkeit, gab keine Interviews, und bis 2005 existierte von ihm angeblich nur ein einziges Foto.

Wie bei den meisten sogenannten Oligarchen liegt der Ursprung seines auf 6,4 Milliarden Euro geschätzten Vermögens in den undurchsichtigen Umbrüchen der Perestroika-Jahre. In dieser Zeit hatte Iwanschwili die Idee, mit Hilfe nach Israel ausgewanderter Bekannter Computer nach Russland einzuführen. Die Rechner ließen sich damals zum Preis zweier Mittelklassewagen verkaufen.

Iwanischwili - Der reiche Gegenspieler Saakaschwilis
M. Reiche, ARD Moskau
02.10.2012 20:12 Uhr

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Parteiziel: Der Sturz des Präsidenten

Das Geschäft lief so gut, dass der junge Unternehmer Anfang der 1990er-Jahre die Rossijskij Kredit Bank gründete. Er investierte vorzugsweise in den Bergbau, in die Apothekenkette Doktor Stoletow und in Luxusimmobilien. Einige Firmen, die er kaufte und sanierte, konnte er für ein Vielfaches wieder veräußern.

Bidsina Iwanischwili
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Seine Partei "Georgischer Traum" gründete Iwanischwili erst vor einem Jahr.

Im Herbst 2011 ging Iwanischwili dann auch politisch in die Offensive. Er gründete die Oppositionspartei "Georgischer Traum", die sich den Sturz seines einstigen Vertrauten, des Präsidenten Michail Saakaschwili, auf die Fahne schrieb.

Ein Mann der so gut seine eigenen Probleme löst, wird auch unsere lösen können - das mögen sich viele seiner Landsleute gesagt haben. Tatsächlich hat Iwanischwili bisher 500 Schulen und 600 Kirchen, darunter die größte des Landes, auf eigene Kosten errichten lassen. Außerdem ließ er 250 Häuser in seinem Heimatdorf Tschorwila bauen und bezahlt dort die Krankenversicherung der Bürger und den Kindern die Schuluniformen. Er wolle ein Prozent seines Geldes für sich und 99 Prozent für die Gesellschaft ausgeben, hat Iwanischwili einmal in einem Interview erklärt.

Der georgische Milliardär Bidsina Iwanischwili
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In seinem Heimatdorf hat Iwanischwili auf eigene Kosten zahlreiche Häuser gebaut.

Die Versprechen: Gesundheitsreform und eine unabhängige Justiz

Er kündigt an, eine Gesundheitsreform anzugehen und die Landwirtschaft massiv zu fördern - unter anderem durch die großzügige Vergabe von bezahlbaren Kleinkrediten. Außerdem verspricht er den Georgiern eine unabhängige Justiz sowie Versammlungs- und Meinungsfreiheit.

Außenpolitisch will er den EU- und NATO-Kurs des Landes beibehalten, gleichzeitig aber auch das seit Jahren zerrüttete Verhältnis zu Russland verbessern. Das sind ambitionierte Ziele des schmächtigen Mannes, der nun beweisen muss, dass er den georgischen Traum auch erfüllen kann.

Stand: 03.10.2012 08:05 Uhr

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