Zwei Mücken der Art Aedis Aegypti | Bildquelle: dpa

Dutzende Tote Gelbfieber in Brasilien ausgebrochen

Stand: 21.01.2017 17:47 Uhr

Im vergangenen Jahr Zika, jetzt leiden die Brasilianer wegen eines Gelbfieber-Ausbruchs. Mit Millionen Impfdosen versucht das Land die vielfach tödlich verlaufende Krankheit einzudämmen. Es starben bereits 71 Menschen an der Virusinfektion.

Rund ein Jahr nach der landesweiten Zika-Epidemie ist in Brasilien das Gelbfieber ausgebrochen. Das Gesundheitsministerium habe in den letzten Wochen 272 Gelbfieber-Verdachtsfälle registriert, bis zu 71 Todesfälle seien auf die Virusinfektion zurückzuführen, berichtete das Portal "Folha de S. Paulo".

Laut Laborbefunden starben 25 der Betroffenen demnach definitiv an der von der Moskitoart Aedes aegypti übertragenen Infektion. Mit Hilfe von zwei Millionen zusätzlich bereitgestellter Impfdosen soll die weitere Ausbreitung eingedämmt werden.

200.000 Menschen erkranken weltweit an Gelbfieber

Weltweit gibt es nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich bis zu 200.000 Erkrankungs- und 60.000 Sterbefälle, die meisten davon in Afrika.

Gelbfieber-Infektionen sind in zwei Phasen gegliedert: Nach einer Inkubationszeit von drei bis sechs Tagen treten zunächst allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit auf. Bei der Mehrzahl der Patienten schließt daran die Genesung an.

In einigen Fällen folgt nach kurzer Besserung eine zweite Fieberperiode mit Blutungen, Erbrechen und Organschäden. Bei schweren Formen der Erkrankung sterben zehn bis 50 Prozent der Betroffenen.

Infektionen mit Zika-Virus rückläufig

Im Vorjahr steckten sich nach Schätzungen bis zu 1,5 Millionen Menschen in Brasilien mit dem ebenfalls von diesen Mücken übertragenen Zika-Virus an. Das Virus kann bei schwangeren Frauen schwere Schädelfehlbildungen beim Embryo verursachen.

In diesem Jahr sind die Infektionszahlen stark zurückgegangen. Dies könnte damit zusammenhängen, dass einmal Infizierte als immun gegen eine erneute Zika-Ansteckung gelten.

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Januar 2017 um 06:00 Uhr.

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