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22.03.2010

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Ausland
Archivbild der Anschläge auf das World Trade Center vom 11. September
US-Geheimdienste malen düsteres Zukunftsbild
Geheimdienstbericht der USA

Gefahren, wohin man schaut

Die Zukunft sieht finster aus - wenn die Szenarien des Geheimdienstbericht der 16 US-Geheimdienste stimmen: Der Terrorismus wird auch bis 2025 weiter anhalten. Zunehmen wird der Kampf um Wasser und Nahrungsmittel. Und neben den USA werden sich neue Supermächte entwickeln.

Von Frank Aischmann, MDR-Studio Washington

Das Pentagon nach dem Anschlag vom 11. September. Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Terroristische Anschläge könnten zukünftig andere Formen annehmen (Pentagon am 11. September 2001). ]
Die Vereinigten Staaten leisten sich 16 verschiedene Geheimdienste. Die erledigen ihre Alltagsarbeit möglichst unauffällig, und nur selten gehen CIA, NSA, FBI, NRO und all die anderen gemeinsam in die Öffentlichkeit. Aber alle fünf Jahre liefern sie einen dicken Bericht ab, der die Zukunft beschreibt - diesmal das Jahr 2025, akribisch dargelegt auf 98 Seiten.

Terrorismus wird sich verändern

"Es hat etwa ein Jahr gedauert, diesen Bericht zusammenzustellen, und wir haben dazu  sehr viele Experten befragt, bei uns und im Ausland", so Dr. Mathew Burrows,  der Kopf hinter der Geheimdienststudie. Deren Kurzfassung: Im Jahr 2025 sieht es noch finsterer auf der Erde aus als heute. Es wird 1,2 Milliarden  Menschen mehr geben. Die Zahl der unter Trinkwasser- und Nahrungsmangel Leidenden hat sich verdoppelt. Das führt zu Konflikten, die Schere zwischen Arm und Reich vergrößert sich.

Welternährungstag (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der Kampf um Nahrung wird verstärkt zu Konflikten führen. ]
Terrordrohungen werden auch 2025  zum Alltag gehören. Allerdings werde der Terrorismus an Attraktivität verlieren, weil sich Terroristen durch ihre Brutalität, durch das Leid, das sie anrichten, sozusagen in den eigenen Fuß schießen. Auf der anderen Seite, ergänzt Burrows, werden sie besseren Zugang zu tödlichen Technologien bekommen. Ein weiterer Grund, warum Burrows glaubt, dass es mehr Konflikte geben wird.
 

Alterung der Gesellschaft Grund für Wirtschaftsniedergang


Das internationale System, wie es nach dem 2. Weltkrieg aufgebaut wurde, ist 2025 Geschichte. Neue Staaten, neue Gruppen, neue Allianzen bestimmen das Geschehen. Die Vereinigten Staaten halten ihren Status als Supermacht Nummer eins, aber China und Indien holen deutlich auf, ebenfalls auf der Überholspur sind Länder wie die Türkei, Indonesien und Iran.

In einem Pflegeheim in Frankfurt/Oder (Foto: dpa-Zentralbild) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die Überalterung der Gesellschaft könnte vor allem die Wirtschaft der Industrienationen bremsen (Archivbild). ]
Europa dagegen wird es auch 2025 noch nicht geschafft haben, außenpolitisch mit einer Stimme zu sprechen, die Europäer werden weiter skeptisch bis misstrauisch nach Brüssel schauen, meinen jedenfalls die US-Geheimdienstler. Und Deutschland hat auch 2025 sein demografisches Problem nicht geknackt - genauso wenig wie andere westliche Staaten oder Japan. Sie stehen vor dem riesigen Problem, sagt Mathew Burrows, die Bevölkerung altere -  und das mache es schwer, ein Wirtschaftswachstum zu erhalten. Wenn diese Staaten nicht anfangen, sich um den Bevölkerungsrückgang zu kümmern, drohe ihnen der wirtschaftliche Niedergang.
 

Der Blick in die Zukunft ist niederschmetternd

Einiges kann auch die geballte Kraft der Geheimdienste nicht vorhersehen. Was zum Beispiel der Klimawandel anrichten wird. Ob Erdöl bis 2025 ersetzt werden kann.Ob eine Stabilität im Mittleren Osten einkehrt und wie die Demokratieentwicklungen in China und Russland aussehen werden. Auch Fragen der internationalen Organisationen und die Entwicklung des Welthandels bleiben offen.

Aber selbst im besten Fall klingt die Zukunftsvision der 16 US-Geheimdienste mächtig deprimierend. Weshalb Mathew Burrows diese aufmunternden Worte nachschiebt. "Dies ist nicht als pessimistischer Bericht gemeint. Wir Geheimdienstler tendieren dazu, von vielen Risiken zu sprechen, von möglichen  Konflikten oder Epidemien. Aber wir tun das, damit all das Beschriebene gar nicht erst eintritt. Wir denken, dass Wissen Macht ist. Wenn wir vorher wissen, was an schlimmen Dingen möglich und wahrscheinlich ist - dann  können wir es im besten Fall auch verhindern."

Stand: 22.11.2008 11:23 Uhr
 

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