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21.03.2010

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Ausland
Letzte Ehre für israelische Soldaten (Foto: AFP)
Israel nimmt Abschied von getöteten Soldaten
Israel trauert nach Gefangenenaustausch

Abschied von getöteten Soldaten

Die Witwe von Ehud Goldwasser, Karnit Goldwasser, wird vom israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert am Sarg ihres Mannes in den Arm genommen. (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Trauer nach zwei Jahren Ungewissheit ]
Unter großer Anteilnahme der israelischen Bevölkerung sind die Leichen der Soldaten Ehud Goldwasser und Eldad Regev beigesetzt worden. An den Zeremonien auf den Militärfriedhöfen von Naharia und Haifa trauerten mehrere Hundert Menschen, darunter Angehörige und Freunde der Toten sowie Militärs und Politiker.

Bei einem Gefangenenaustausch zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah hatte die Schiiten-Miliz gestern die sterblichen Überreste der beiden Soldaten übergeben. Sie waren bei ihrer Entführung vor zwei Jahren von der Hisbollah getötet worden.

Hoffnung bis zuletzt

Israelische Militärs halten die Särge der Soldaten Regev und Goldwasser (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Letzte Ehre für die getöteten Soldaten Regev und Goldwasser ]
Bis zuletzt hatten die Angehörigen von Goldwasser und Regev gehofft, die Männer lebend wiederzusehen. Die Entführung der beiden hatte den Libanonkrieg im Sommer 2006 ausgelöst. Bei dem Konflikt wurden 1200 Menschen auf libanesischer und 160 auf israelischer Seite getötet. Das Schicksal der beiden Soldaten blieb trotz des Militäreinsatzes ungeklärt. Die Regierung in Jerusalem war zuletzt bereits vom Tod der beiden Soldaten ausgegangen, die Hisbollah hatte dies jedoch nie bestätigt. Wie und wann die beiden getötet wurden, ist noch immer unklar.

Reportage:

Hisbollah-Aktivisten übergeben zwei Särge (Foto: AP)
Weitere Meldungen Lage in Israel Das schreckliche Ende der Ungewissheit - die Angehörigen der Soldaten hatten bis zuletzt gehofft. [mehr]

Top-Terrorist freigelassen

Terrorist Samir Kuntar (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Feiert seine Freilassung: Samir Kuntar ist für den Tod dreier Israelis verantwortlich. Er erschlug ein vierjähriges Mädchen. ]
Der zweite Teil der zwischen Israel und der Hisbollah vereinbarten Austauschaktion war die Übergabe von 200 libanesischen und palästinensischen Aktivisten an die Hisbollah. Zudem ließ Israel fünf libanesische Gefangene frei, darunter den Top-Terroristen Samir Kuntar. Er verbrachte mehr als die Hälfte seines Lebens im Gefängnis, weil er 1979 einen israelischen Polizisten tötete, dann einen Familienvater von hinten erschoss und anschließend dessen vierjährige Tochter mit einem Gewehrkolben erschlug. "Ich bin glücklich, wieder zu Hause zu sein", sagte Kuntar nach seiner Rückkehr. Er dankte Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah und kündigte an, den Kampf gegen Israel fortsetzen zu wollen.

Hintergrund:

Libanons Ministerpräsident Fuad Siniora (Foto: AFP)
Weitere Meldungen Lage im Libanon Alle feiern die Hisbollah - doch Siniora dürfte die Freude mit gemischten Gefühlen sehen. [mehr]

Nasrallah selbst rief bei dem jubelnden Empfang, den Zehntausende den fünf Freigelassenen in Beirut bereiteten, zu, die Zeit der Niederlagen sei vorbei, jetzt sei die Zeit der Siege gekommen. Libanons Präsident Michel Suleiman begrüßte die Männer als "befreite Helden".

Hisbollah triumphiert

Rund 200 Särge übergab Israel an die Hisbollah.  (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Rund 200 Särge übergab Israel an die Hisbollah - und ließ fünf Gefangene frei. ]
Hisbollah-Anhänger im Libanon und im Gazastreifen feierten die Austauschaktion als ihren Triumph. Hunderte Anhänger der schiitischen Miliz begrüßten Kuntar und die anderen Gefangenen begeistert an der Grenze. In der Küstenstadt Nakura war zum Empfang ein roter Teppich ausgerollt und eine Behelfsbühne errichtet worden.

BND hat vermittelt

Am Dienstag hatte der israelische Präsident Schimon Peres den Weg für die Aktion mit einer Begnadigung Kuntars freigemacht. Er fühle "bitteren und unerträglichen Schmerz" bei seiner Entscheidung, die keinesfalls mit Vergebung gleichgesetzt werden dürfe, sagte Peres. Israel habe aber die Pflicht, sich um die Rückgabe seiner Soldaten zu bemühen. Das Kabinett hatte den Austausch mit 22 zu drei Stimmen gebilligt.

Die Bundesregierung begrüßte den Austausch als politisch wichtigen Schritt. Zugleich bedauerte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg zutiefst, dass die beiden israelischen Soldaten tot sind. Den Familien sprach er sein Mitgefühl aus. Steg bestätigte, dass der Bundesnachrichtendienst (BND) zwischen beiden Seiten vermittelt habe.

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Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa dauerten die Gespräche 18 Monate. In dieser Zeit habe der nicht namentlich genannte BND-Mitarbeiter mehr als 700.000 Flugkilometer zurückgelegt und sei zwischen dem UN-Sitz New York, Tel Aviv, Beirut und vielen europäischen Städten gependelt. Die Gespräche wurden als "äußerst mühsam" beschrieben.

Stand: 17.07.2008 14:40 Uhr
 

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