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Pannenserie in belgischer Strafvollzugsanstalt

Gefängnis sucht Generalschlüssel

Erst wurde ein Gefangener aus Versehen freigelassen, dann spazierte ein anderer einfach allein zum Tor hinaus und jetzt ist im Gefängnis Leuven in Belgien der Generalschlüssel verschwunden. Der Direktor wurde nach der Pannenserie in Zwangsurlaub geschickt - die Suche nach dem Schlüssel geht weiter.

Von Andreas Reuter, HR-Hörfunkstudio Brüssel

Das Gefängnis von Leuven sieht aus wie eine alte Trutzburg: rote Backsteinmauern, hohe Wachtürme, schwere Eisengitter. Hinter den Mauern aber könnte momentan irgendjemand ein- und ausgehen wie es ihm beliebt - wenn er den Schlüsselbund gestohlen oder gefunden hat, der seit Tagen fieberhaft gesucht wird. Alle 180 Gefängniszellen kann man damit aufschließen und auch die Zwischentüren zu den 20 Abteilungen.

Alarm in belgischem Gefängnis: Generalschlüssel weg
A. Reuter, HR-Hörfunkstudio Brüssel
31.10.2012 20:28 Uhr

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Laurent Sempot, Sprecher des belgischen Strafvollzugs, ist die Sache sichtlich peinlich: "Es ist in der Tat ein Schlüssel verschwunden. Wir untersuchen gerade, was da genau passiert ist - wann und wo er verschwunden ist, wer ihn zuletzt gehabt hat. Abgesehen davon suchen wir natürlich nach diesem Schlüssel."

Gefängnisdirektor nach Pannenserie im Zwangsurlaub

Schlüssel für Gefängnistür
galerie

Panne im Gefängnis in Leuven: Dort wird ein Schlüssel ähnlich wie dieser vermisst - er passt für alle 180 Zellen.

Zur Sicherheit werden außerdem, wo es nötig ist, die Schlösser ausgetauscht, sagt der Strafvollzugssprecher im belgischen Fernsehen. Dort wird die Sache inzwischen auch genüsslich ausgebreitet: Die Panne mit dem Schlüssel war nicht die erste in dem Gefängnis von Leuven. Ein Gefangener wurde aus Versehen freigelassen, der eigentlich nur zu einer Vernehmung gebracht werden sollte. Ein anderer spazierte ganz allein zum Tor hinaus. Als dann noch der wichtige Schlüsselbund verschwand, war das Maß voll. Der Gefängnisdirektor wurde in Zwangsurlaub geschickt.

"Der Direktor wird nicht beiseite geschoben", so Strafvollzugssprecher Sempot. "Aber momentan ist die Stimmung im Gefängnis sehr angespannt." Und darum sei es wichtig, dass der Direktor für einige Wochen in Urlaub gehe - damit wieder Ruhe einkehren könne.

Schlüssel zum Haupteingang ist noch da

Danach allerdings sieht es nicht aus: Jetzt streiken erstmal die Wärter - aus Solidarität mit dem Direktor. Immerhin: Noch ist nicht damit zu rechnen, dass alle Gefangenen jetzt den Chaos-Knast bald verlassen werden. Denn der Schlüssel zum Haupteingang ist nach wie vor in sichererer Verwahrung.

Stand: 31.10.2012 17:50 Uhr

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