Frankreichs Präsident Hollande, Premier Valls und die Pariser Bürgermeisterin Hidalgo stehen am Platz der Republik vor Blumenkränzen und gedenken der Opfer. | Bildquelle: AFP

Gedenken an die Terroranschläge 2015 147 unvergessene Menschenleben

Stand: 10.01.2016 12:22 Uhr

Frankreich hat auf dem Platz der Republik in Paris der Opfer der Terroranschläge des vergangenen Jahres gedacht. Präsident Hollande und Bürgermeisterin Hidalgo enthüllten eine Gedenktafel an einer Eiche, die zur Erinnerung an die Toten gepflanzt worden war.

Mit einer Gedenkfeier auf dem Platz der Republik hat Paris noch einmal der Opfer der islamistischen Anschläge des vergangenen Jahres gedacht. Der Rockmusiker Johnny Hallyday sang dabei auf dem zentralen Platz der französischen Hauptstadt das Lied "Ein Sonntag im Januar", das Jeanne Cherhal in Erinnerung an die Trauerkundgebung nach dem Anschlag auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" vor einem Jahr komponiert hatte.

Präsident François Hollande enthüllte eine Plakette am Fuß einer Eiche, die zur Erinnerung an die Anschlagsopfer gepflanzt worden war. Neben zahlreichen Angehörigen nahmen auch Premierminister Manuel Valls, die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo und weitere hohe Politiker an der Veranstaltung teil. Sie erinnerten an die 17 Todesopfer der Anschlagsserie vom Januar ebenso wie an die 130 Menschen, die bei den Anschlägen vom 13. November in Paris getötet wurden.

Der Platz der Republik hatte sich nach den Anschlägen zu einem zentralen Gedenkort entwickelt, am Fuß der Statue der nationalen Symbolfigur Marianne türmen sich noch heute Blumen. Wer zur Gedenkveranstaltung auf den Platz wollte, wurde von Polizisten durchsucht, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

Eine Frau zündet am Jahrestag der Anschläge auf die Zeitschrift "Charlie Hebdo" in Paris eine Kerze an. | Bildquelle: AP
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Gedenken in Paris: Eine Frau zündet am Jahrestag der Anschläge auf die Zeitschrift "Charlie Hebdo" in Paris eine Kerze an.

Anschlagsserie über mehrere Tage

Die Anschlagsserie begann vor einem Jahr am 7. Januar. Schwerbewaffnete Islamisten überfielen damals die Redaktion von "Charlie Hebdo". Bei der Attacke auf die für ihre Mohammed-Karikaturen bekannte Satirezeitung wurden damals zwölf Menschen getötet, unter ihnen die bekannten "Charlie Hebdo"-Zeichner Charb, Cabu, Honoré, Tignous und Wolinski.

Ein Bekannter der Angreifer erschoss in den folgenden beiden Tagen eine Gemeindepolizistin und bei einer Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt vier weitere Menschen. Die drei Islamisten wurden schließlich bei zeitgleichen Einsätzen von Elitepolizisten erschossen.

Im November töteten Islamisten 130 Menschen bei nahezu zeitgleichen Attacken auf die Pariser Konzerthalle Bataclan, eine Reihe von Bars und Restaurants sowie die Fußballarena Stade de France während eines Länderspiels Frankreich gegen Deutschland.

Gedenken an die Opfer der Terroranschläge des letzten Jahres
tagesschau 20:00 Uhr, 10.01.2016, Mathias Werth, ARD Paris

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Eine Woche des Gedenkens

Seit einer knappen Woche gedenkt Paris der Opfer der Anschläge. So wurden bereits eine Gedenktafel mit den Namen der Opfer enthüllt und mehrere Zeremonien abgehalten. Am Samstag trauerten französische Spitzenpolitiker um die Getöteten bei dem Anschlag auf den jüdischen Supermarkt. Premierminister Valls beklagte dabei die zunehmende Abwanderung französischer Juden nach Israel. "Frankreich wäre nicht Frankreich" ohne seine Juden, erklärte Valls.

Mit der Zeremonie heute ging die Gedenkwoche zu Ende.

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Der Anschlag auf "Charlie Hebdo" - und was danach geschah (09. und 10.01.2015)

Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" gilt in Frankreich als Symbol einer freien Presse, die mit bissigem Humor religiösen Fanatismus, Rassismus, Intoleranz und die Exzesse des Kapitalismus angreift. Die aktuelle Ausgabe nimmt das Buch "Unterwerfung" von Michel Houellebecq aufs Korn, das für Frankreich das Szenario eines muslimischen Präsidenten im Jahre 2022 entwirft. | Bildquelle: AFP

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