In Paris gedenken Frankreichs Präsident Hollande, die Pariser Bürgermeisterin Hidalgo und Premierminister Valls der Opfer der Anschläge auf Charlie Hebdo. Foto vom 5. Januar 2016 | Bildquelle: AP

Ein Jahr nach Angriff auf "Charlie Hebdo" Peinlicher Fehler bei Gedenkfeier

Stand: 05.01.2016 14:18 Uhr

Knapp ein Jahr nach den Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" und der Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt ist in Paris der Opfer gedacht worden. Überschattet wurde die Zeremonie von einem peinlichen Fehler.

Andreas Teska, ARD-Studio Paris

Tafel zum Gedenken an die Opfer der Angriffe auf "Charlie Hebdo", Foto vom 05.01.16 | Bildquelle: AP
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Y statt I bei Wolinski: Peinlicher Fehler auf der Gedenktafel für die Opfer des Anschlags auf "Charlie Hebdo"

Ein stilles Gedenken an drei Orten - überschattet von einem peinlichen Fehler und einer Kontroverse über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen. Begleitet von der Pariser Bürgermeisterin und zahlreichen Mitgliedern seiner Regierung hat Staatspräsident François Hollande drei Gedenktafeln enthüllt. Zunächst am damaligen Sitz von "Charlie Hebdo". Mit dem Überfall auf die Redaktion der Satirezeitschrift hatte die Terrorserie begonnen. Allein hier starben zwölf Menschen, unter ihnen auch der legendäre Zeichner Georges Wolinski. Ausgerechnet sein Name ist auf der Tafel falsch geschrieben.

Tafelinschrift "Je suis Ahmed"

Als das auffällt, ist der offizielle Tross schon weitergefahren zur zweiten Gedenktafel. Ganz in der Nähe, wo der Polizist Ahmed Merabet erschossen wurde, als er versuchte, die Attentäter an der Flucht zu hindern. Vor der Tafel steht auf dem Fußweg in blau-weiß-rot, den Farben der Trikolore, der Spruch "Je suis Ahmed", in Anlehnung an die legendäre Parole "Je suis Charlie". Die dritte Tafel weiht Hollande im Süden von Paris ein, dort, wo der dritte Attentäter Geiseln in einem jüdischen Supermarkt genommen hatte. Drei Kunden und eine Angestellte ermordet er, bevor die Polizei das Geschäft stürmt und ihn erschießt.

Auf dem Fußweg steht in blau-weiß rot, den Farben der Trikolore, der Spruch Je suis Ahmed | Bildquelle: AP
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Vor der Tafel steht auf dem Fußweg in blau-weiß-rot der Spruch "Je suis Ahmed".

Soldaten vor einem Supermarkt in Paris | Bildquelle: AP
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Ein Jahr nach der Geiselnahme: Soldaten vor dem jüdischen Supermarkt "Hypercacher"

Vorwürfe einer Witwe

Gedenktafel, Kranzniederlegung, Schweigeminute, keine Reden der Politiker, so hatten es die Hinterbliebenen für diesen Tag gewünscht. Eine Frau aber bricht ihr Schweigen. Ingrid Brinsolaro, die Witwe eines Polizisten, hat Anzeige erstattet. Ihr Mann Franck war der Leibwächter von Charb, dem Chefredakteur von Charlie Hebdo, beide wurden bei dem Anschlag auf die Redaktion erschossen. "Aus meiner Sicht ist Franck geopfert worden", meint sie. "Es gibt kein anderes Wort dafür. Er hat die Mängel gesehen, sich beklagt über die fehlende Sicherheit in den Redaktionsräumen, hat gesagt, das sei ein Sieb, unmöglich, unter solchen Bedingungen seine Arbeit korrekt zu machen."

Frankreich gedenkt Opfer von "Charlie Hebdo"
tagesschau 20:00 Uhr, 05.01.2016

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Cazeneuve: "Nichts wird verschwiegen"

Der Innenminister reagiert umgehend. Die Sicherheitsvorkehrungen seien zum damaligen Zeitpunkt angemessen gewesen, sagt Bernard Cazeneuve und sichert der Witwe zugleich Unterstützung zu. "Das muss man respektieren. Die Fragen, die sie stellt, müssen beantwortet werden. Ich habe sie empfangen, und werde das wieder tun, so oft wie nötig, sie hat mir Fragen gestellt, ich habe die Antworten gegeben, über die ich verfüge, und falls es eine Untersuchung geben sollte, werden wir vielleicht noch mehr herausfinden." Nichts werde zurückgehalten, nichts verschwiegen, das sei man den Opfern der Anschläge schuldig.

Gedenken an Angriff auf Charlie Hebdo in Paris

05.01.2016 13:19 Uhr

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