Zehntausende Menschen stehen Schlange, um an den Trauerfeierlichkeiten für Fidel Castro teilzunehmen | Bildquelle: AP

Gedenken in Kuba Zehntausende trauern um Fidel Castro

Stand: 28.11.2016 20:57 Uhr

In Havanna haben die mehrtägigen Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Revolutionsführer Fidel Castro begonnen. Mit 21 Kanonenschüssen im Hafen wurde der berühmte Platz der Revolution in der kubanischen Hauptstadt für die Trauernden geöffnet.

Nach dem Tod des Revolutionsführers Fidel Castro haben Zehntausende Kubaner mit der feierlichen Verabschiedung ihres früheren Präsidenten begonnen. Zum Auftakt mehrtägiger Trauerfeierlichkeiten zogen die Menschen zum Denkmal für den Nationalhelden José Martí in Havanna, um Castro die letzte Ehre zu erweisen. Zuvor hatten die Trauernden zum Teil seit vielen Stunden Schlange gestanden. Viele Kubaner kamen zu Ehren des am Freitagabend verstorbenen früheren Staatschefs in Uniformen oder mit T-Shirts mit dem Bild des Revolutionsführers. Einige Menschen weinten, andere hielten Blumen in den Händen.

Die Trauernden liefen an schwarz-weißen Bildern des Revolutionsführers vorbei, die gemeinsam mit seinen Auszeichnungen ausgestellt und mit Blumen geschmückt waren. Anders als zuvor erwartet wurde die Urne mit Castros Asche aber nicht der Öffentlichkeit präsentiert. Castro hatte auf dem Platz der Revolution zu Lebzeiten Ansprachen vor mehr als einer Million Menschen gehalten.

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Abschied von Fidel Castro

Staatstrauer um Fidel Castro

Nach dem Tod des Revolutionsführers Fidel Castro am 25. November nehmen die Kubaner Abschied. Eine Woche lang herrscht Staatstrauer in Kuba. Zum Auftakt mehrtägiger Trauerfeierlichkeiten zogen die Menschen zur Gedenkstätte für den Nationalhelden José Martí in Havanna, um Castro dort die letzte Ehre zu erweisen. | Bildquelle: dpa

Der umgekehrte Weg der "Karawane der Freiheit"

Ab Mittwoch soll die Urne mit Castros Asche in das 900 Kilometer entfernte Santiago de Cuba gebracht werden. Es ist der umgekehrte Weg der "Karawane der Freiheit": Im Januar 1959 zogen die siegreichen Rebellen unter Castros Führung in einem Triumphzug von Santiago de Cuba nach Havanna. In der Stadt im Südosten des Inselstaats soll Castro am Sonntag schließlich beerdigt werden.

Am Dienstagabend findet nach Angaben westlicher Diplomaten eine "Massenzeremonie" zu Ehren Castros in Havanna statt. Daran sollen auch Diplomaten und ausländische Staatschefs teilnehmen. Unter anderem sagte Ecuadors Präsident Rafael Correa sein Kommen zu. Einer Regierungssprecherin in Berlin zufolge einigten sich Bundespräsidialamt und Bundesregierung darauf, dass Altkanzler Gerhard Schröder Deutschland bei den Trauerfeierlichkeiten vertritt.

Trump droht mit "Ende des Tauwetters"

Unterdessen gab es erstmals seit über 50 Jahren wieder Direktflüge von den USA nach Havanna. Jahrzehntelang durften wegen der diplomatischen Eiszeit zwischen beiden Staaten nur Charterflugzeuge unter bestimmten Bedingungen auf Strecken zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba verkehren.

Ende August hatte wieder ein regulärer Flugverkehr zwischen den USA und Kuba begonnen - Havanna wurde bislang aber nicht direkt aus den USA angeflogen. Nun soll es täglich 110 Flüge zwischen beiden Ländern geben, 20 davon nach Havanna. Der scheidende US-Präsident Barack Obama und sein kubanischer Kollege Raúl Castro hatten in den vergangenen Jahren eine Phase der Annäherung gestartet. Im Juli 2015 nahmen Kuba und die USA ihre diplomatischen Beziehungen wieder auf.

Der designiert US-Präsident Donald Trump drohte allerdings mit einem Ende des Tauwetters mit Kuba. Die kubanische Seite müsse sich zu "einer besseren Vereinbarung" für die kubanische Bevölkerung, die Exil-Kubaner und die gesamten USA bereit erklären, sonst werde er die unter Obama getroffenen Vereinbarungen "beenden", twitterte Trump. Das Weiße Haus verteidigte die Annäherung jedoch umgehend als gewinnbringend für beide Staaten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. November 2016 um 06:00 Uhr.

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