KZ-Überlebende 72 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz | Bildquelle: dpa

Auschwitz-Überlebende Schrecken der Vergangenheit als Mahnung

Stand: 27.01.2017 16:44 Uhr

Auf dem Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz haben Überlebende 72 Jahre nach der Befreiung der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Sie fürchten angesichts des Erstarkens der Rechtspopulisten: Ihr Leid könnte umsonst gewesen sein.

Auschwitz-Überlebende haben am internationalen Holocaust-Gedenktag auf dem Gelände des ehemaligen deutschen Vernichtungslagers der Opfer gedacht. 40 ehemalige Häftlinge legten vor dem Tor mit der berüchtigten Aufschrift "Arbeit macht frei" Kränze nieder und zündeten Kerzen an.

"Das Leid, das euch dort widerfahren ist, ist für uns unvorstellbar", sagte Polens Regierungschefin Beata Szydlo bei einer Gedenkfeier zum 72. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz-Birkenau. Die Geschehnisse dürften nie vergessen werden, sagte sie. Erinnerung sei die Pflicht nachfolgender Generationen.

Gedenktag für die Opfer von Auschwitz
tagesschau 20:00 Uhr, 27.01.2017, Griet von Petersdorff, ARD Warschau

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Überlebender: "Unser Leiden war umsonst"

"Ich sehe es als Pflicht, den jungen Menschen zu sagen, zu was Terror und Hass führen können", sagte der ehemalige polnische KZ-Häftling Bogdan Bartnikowski. Mindestens 1,1 Millionen Menschen waren unter nationalsozialistischer Herrschaft in Auschwitz-Birkenau vergast, zu Tode geprügelt oder erschossen worden oder an Krankheiten und Hunger gestorben.

Die Überlebenden warnten vor den rechtspopulistischen Bewegungen in vielen Ländern Europas. "Was derzeit auf der Welt passiert, zeugt für uns davon, dass unser Leiden und was wir im Lager erlebt haben, umsonst war", sagte der ehemalige Häftling Stanislaw Zalewski.

Papst Franziskus gedachte ebenfalls der Opfer der Nationalsozialisten. "Ich möchte heute aller Opfer des Holocausts gedenken", schrieb der Pontifex auf Twitter. "Mögen ihr Leid und ihre Tränen niemals vergessen sein!"

Gedenken auch in Tschechien

Bei Feierlichkeiten in Tschechien mahnte der Überlebende des KZ Theresienstadt, Miroslav Kubik: "Die vielen, vielen Millionen Opfer des vorigen Jahrhunderts müssen uns ein Memento sein." Eine Delegation des bayerischen Landtags nahm an einer Gedenkstunde im Senat in Prag teil. Landtagspräsidentin Barbara Stamm wertete das gemeinsame Erinnern als "große Geste der Versöhnung". Der Streit um die Nachkriegsvertreibung der Sudetendeutschen hatte die Beziehungen zwischen München und Prag jahrzehntelang überschattet.

Am Nachmittag legten deutsche und tschechische Vertreter in aller Stille Kränze am ehemaligen Krematorium des KZ Außenlagers in Leitmeritz nieder. Mehr als 4500 Häftlinge des Lagers fanden in einem unterirdischen Stollensystem den Tod, in dem Panzermotoren für den Kriegseinsatz hergestellt wurden. Während der Nazi-Herrschaft waren mehr als 81.000 Juden aus dem "Protektorat Böhmen und Mähren" deportiert worden, nur rund 10.500 überlebten den Holocaust.

Mahnung für heute

Das Internationale Auschwitz Komitee (IAK) teilte mit, die derzeitigen rechtspopulistischen Entwicklungen in Europa würden die Überlebenden sehr beunruhigen. Sie wollten nicht nur Gegenstand von Gedenkfeiern sein. "Sie hofften und hoffen, dass die Menschen verstehen, dass es um ihre Zukunft geht, wenn sie sich der Schrecken und Fehler der Vergangenheit erinnern", teilte IAK-Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner mit.

Um nachfolgende Generationen effektiver vor Gefahren von Populismus und Fremdenfeindlichkeit warnen zu können, bat das Museum Auschwitz um Mithilfe bei der Suche nach Dokumenten und Fotos ehemaliger Wachmänner des Konzentrationslagers. Das Museum hofft, dadurch die Mentalität der Täter besser nachvollziehen zu können, wie es hieß.

Am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee rund 7500 überlebende Häftlinge von Auschwitz-Birkenau befreit. Mit dem Holocaust-Gedenktag wird am 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Januar 2017 um 20:00 Uhr.

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