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21.03.2010

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Ausland
Nach den gegenseitigen Angriffen
Blutiges Wochenende in Gaza
Ende der Gewalt nicht abzusehen

Blutiges Wochenende in Gaza

Trotz aller internationalen Aufrufe zu einem Gewaltverzicht ist kein Ende der Eskalation im Gaza-Streifen in Sicht. Bei den blutigsten Kämpfen seit mehr als vier Jahrzehnten sind am Wochenende mehr als 70 Palästinenser und zwei israelische Soldaten getötet worden - und auch in der Nacht gingen die Kämpfe weiter. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak stellte unterdessen klar, die Angriffe auf die Hamas würden fortgesetzt.

Von Sebastian Engelbrecht, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv

Das zerstörte Bürogebäude des Hamas-Politikers Ismail Hanija. (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Das Büro des Hamas-Politikers Ismail Hanija wurde am Morgen durch israelischen Raketenbeschuss schwer beschädigt ]
Die Bedingungen für ihren Besuch im Nahen Osten hatte sich US-Außenministerin Condoleeza Rice wahrscheinlich anders vorgestellt. In der beginnenden Woche soll sie zu Gesprächen mit den Regierungen Israels und der Palästinenser im Nahen Osten eintreffen. Ob es ihr gelingt, die Parteien in der aufgeheizten Atmosphäre der Gewalt zur Ruhe zu bringen, ist fraglich - zumal die Außenministerin den Kontakt mit der islamistischen Regierung des Gaza-Streifens meidet.

Attacken vom Boden und aus der Luft

Das Blutvergießen nahm auch heute kein Ende. Die israelische Armee griff weiter Stellungen militanter Palästinenser an, ihre Waffenwerkstätten, Waffenlager sowie das Hauptquartier des Hamas-Führers Ismail Hanija im Gaza-Streifen. Seit Samstag früh kamen bei den Angriffen weit mehr als 70 Palästinenser ums Leben. Anders als in den vergangenen Wochen attackierte das Militär die Kämpfer der islamistischen Hamas, des Islamischen Dschihad und anderer Gruppen vom Boden und aus der Luft zugleich. Auch heute war besonders das Flüchtlingslager Dschabalia im Norden des Gaza-Streifens betroffen. Dort kam bei den Angriffen Israels nach palästinensischen Angaben auch ein knapp zweijähriges Mädchen ums Leben.

Israelische Soldaten. (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Israelische Soldaten setzten die Offensive im Gaza-Streifen fort. ]
In Dschabalia hat die Armee eine Reihe wichtiger palästinensischer Stellungen geortet, von denen aus Raketen auf Israel abgeschossen wurden. Die Armee hat strategisch wichtige Orte in dem Flüchtlingslager besetzt. Die Bodentruppen durchsuchen Straßen und Häuser nach militanten Palästinensern und verhören Bewohner auf der Suche nach Aktivisten. Diese lieferten sich immer wieder Feuergefechte mit den israelischen Soldaten und zündeten heute eine Bombe in der Nähe der Truppen. Dabei gab es nach israelischen Angaben keine Verletzten.

Israelischer General: "Der Weg zum Ziel ist noch lang"

Der stellvertretende israelische Generalstabschef Dan Harel sprach von Kämpfen in einer dicht besiedelten Region. Der Feind habe bereits Dutzende von Kämpfern verloren, und seine Infrastruktur sei beschädigt worden. Die Armee schrecke nicht davor zurück, ihre Pflicht zu erfüllen, nämlich die Bürger Israels vor palästinensischem Raketenbeschuss zu schützen. Leider sei der Weg zum Ziel noch lang, man sei aber entschlossen, den Auftrag zu erfüllen.

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Israel weiter unter Raketenbeschuss

Auch die palästinensischen Kämpfer feuerten ununterbrochen weiter Kassam- und Katjuscha-Raketen auf ihre Ziele in Israel ab, nördlich und östlich ihres Landstreifens. Dabei wurde ein Israeli leicht verletzt. Die Raketen beschädigten eine Fabrik und mehrere Häuser in israelischen Städten und in einem Kibbutz.

Zerstörtes Gebäude in Gaza. (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die Kämpfe im Gaza-Streifen verschärften den Notstand in den Krankenhäusern. ]
In den Krankenhäusern im Gaza-Streifen hat sich der Notstand durch die Angriffe der israelischen Armee verschärft. Die ägyptische Regierung erlaubte den Palästinensern, mehr als 150 verwundete Bewohner von Gaza über die Grenze in Krankenhäuser nach Ägypten zu bringen.

Vorerst keine weiteren Friedensgespräche

Die Führung der palästinensischen Autonomiebehörde teilte der israelischen Regierung mit, man werde vorerst nicht mehr an den Friedensgesprächen mit Israel teilnehmen. Palästinenserpräsident Machmud Abbas forderte das sofortige Ende der israelischen Angriffe auf Gaza. Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert erklärte, die laufende Operation der Armee würde nicht für eine Sekunde unterbrochen. Israel werde weiter planmäßig vorgehen.

Stand: 03.03.2008 05:36 Uhr
 

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