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Nach Beginn der Bodenoffensive im Gazastreifen rücken israelische Panzer in Richtung Gaza-Stadt vor. Verteidigungsminister Barak sagte, Israel wolle eine grundlegende Veränderung der Situation. Die Hamas will ihrerseits den Widerstand nicht aufgeben, während es für die Zivilisten im Gazastreifen keinen Schutz gibt.
Von Torsten Teichmann, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv
Beit Lahia und Beit Hanoun, zwei Städte im Norden des Gazastreifens, waren bereits seit Tagen Ziel israelischer Luftangriffe. Jetzt sind nach ersten Berichten Soldaten mit gepanzerten Fahrzeugen bis dorthin vorgerückt. Dabei soll es in der Nacht zu Gefechten mit Anhängern der Hamas gekommen sein. Nach Angaben von palästinensischen Augenzeugen hat die Armee auch im Süden des Küstengebiets in der Nähe von Rafah Stellung bezogen.
[Bildunterschrift: Israelische Soldaten rücken in der Nacht in den Gazastreifen ein. ]
Verteidigungsminister Ehud Barak erklärte noch einmal, Israel wolle mit der Operation den Beschuss israelischer Städte durch radikale Palästinenser endgültig beenden: "Um die Aufgabe abzuschließen, ist jetzt eine Bodenoffensive nötig. Ich habe schon am Anfang der Offensive gesagt, dass die Aktion ausgeweitet und vertieft wird, wenn es nötig ist. Jetzt ist es soweit. Das Ziel ist, die feindlichen Aktivitäten aus Gaza gegen die Bürger Israels zu beenden und eine grundlegende Veränderung der Situation im Süden herbeizuführen."
Die israelischen Soldaten wurden unterstützt von der Luftwaffe, die erneut Ziele im Gazastreifen angriff. Schwere Explosionen waren in der Nacht zum Beispiel in Gaza-Stadt zu hören. Auf Fernsehbildern waren mehrere große Feuer zu sehen. Rauchsäulen standen über dem Gebiet.
Die israelische Armee erklärte, dass bei der Offensive in der Nacht 28 Soldaten verletzt worden seien, zwei von ihnen schwer. Palästinensische und israelische Quellen sprechen außerdem von Toten auf der Seite des jeweiligen Gegners. Rettungswagen und Ärzte kommen im Moment aber nur schwer in die umkämpften Gebiete. Deshalb gibt es keine Bestätigung für diese Meldungen.
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[Bildunterschrift: Feuer in Gaza-Stadt nach einem Luftangriff der israelischen Armee. ]
Die Hamas ließ erklären, dass sie ihren Widerstand gegen die Invasion sowie den Beschuss israelischer Städte nicht aufgeben werde. Davon geht offenbar auch das israelische Militär aus. Ein Armee-Sprecher sagte, man stelle sich auf eine längere Operation ein: "Es gibt keine zeitliche Begrenzung. Wir werden alles Notwendige tun, bis die Aufgabe beendet ist. Ich habe keinen Zweifel, dass wir gemeinsam mit den Bürgern des Südens und mit den Soldaten, die das ganze Volk sicher mit Gebeten begleitet, siegen werden. Das wird nicht leicht, es ist kein Schulausflug, schwere Momente können auf uns zukommen. Aber wir hatten keine andere Wahl und wir werden Erfolg haben."
Israel hatte gestern am späten Nachmittag begonnen, zusätzlich zu den Luftschlägen Ziele im Gazastreifen mit Artillerie anzugreifen. Nach Armeeangaben sollten dabei Minen und andere Sprengsätze zur Explosion gebracht werden, die die Hamas versteckt haben soll. Danach rollten offenbar an vier Stellen gleichzeitig Panzer auf das palästinensische Gebiet, begleitet von Infanterie und unterstützt durch Luftwaffe, Marine sowie den Inlandsgeheimdienst Schin Bet. Das Verteidigungsministerium hat zudem Zehntausende Reservisten zusätzlich einberufen, auch um die Grenze zum Libanon im Norden des Landes zusätzlich zu sichern.
Palästinensische Zivilisten im Gazastreifen haben in der vergangenen Nacht - wie schon seit Tagen - Zuflucht vor den Kämpfen und Angriffen in ihren Häusern gesucht. Es gibt aber massive Zerstörungen in vielen Wohngebieten. Den Aufforderungen der israelischen Armee, in einigen Gebieten die Häuser zu verlassen, sind nach palästinensischen Angaben viele Bewohner nicht gefolgt.
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Sie haben in dem abgeriegelten Küstenstreifen ohnehin keine Möglichkeit, den Kämpfen zu entkommen. Hifsorganisationen warnen, dass Wasser, Lebensmittel und medizinische Hilfsmittel knapp werden. Wie stark sich die Lage der Zivilisten in den vergangenen Stunden verschärft hat, werden Hilfsorganisationen und Flüchtlingshilfswerk wohl erst im Laufe des Tag feststellen können.
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