Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
Mit dem Ende des Sabbat hat die Offensive begonnen: Soldaten der israelischen Armee haben die Grenze zum Gazastreifen überschritten und damit eine neue Phase der seit einer Woche andauernden Militäroffensive eingeleitet. Israelische Fernsehsender zeigten Bilder, wie Soldaten nach Anbruch der Dunkelheit - dem Ende des jüdischen Feiertags - in den Gazastreifen einmarschierten. Eine Armeesprecherin bestätigte den Einsatz. Nach Informationen von ARD-Korrespondent Richard C. Schneider gab es bereits erste Gefechte mit Kämpfern der radikalislamischen Hamas. Ein palästinensischer Augenzeuge meldete, dass Truppen im Norden des Gazastreifens unter Hubschrauber-Unterstützung vorrückten.
[Hinweis: Sie benötigen das Flash-Plugin und aktiviertes Javascript um das Video zu sehen.]
Die Armee bestätigte, Panzer und Fußsoldaten einzusetzen. Sie kündigte einen "direkten und harten Schlag" gegen die Palästinenser-Organisation an. "Das wird kein Schulausflug", sagte Brigadegeneral Avi Benayahu im israelischen Fernsehen. Ziel der Vorstöße sei es, "terroristische Infrastrukturen" der Hamas zu zerstören.
Das Ausmaß der Bodenoffensive ist noch unklar. Offiziell sprach die Armee von "einer großen Anzahl" an Truppen, die Operation werde "mehrere Tage" dauern. Israel hat nach Angaben aus Kreisen des Verteidigungsministeriums rund 10.000 Soldaten an der Grenze zusammengezogen. Das Büro von Ministerpräsident Ehud Olmert kündigte an, dass zehntausende Reservisten einberufen würden.
Wenige Stunden vor Beginn der Offensive hatten die an der Grenze stationierten Truppen damit begonnen, den Gazastreifen mit Artillerie unter Beschuss zu nehmen. Die Luftwaffe bombardierte im Laufe des Tages nach eigenen Angaben mehr als 40 Einrichtungen der Hamas. Dabei kamen nach palästinensischen Angaben bis zum Abend mindestens 26 Menschen ums Leben. In der nördlichen Stadt Beit Lahija wurde auch eine Moschee von einer Bombe getroffen. Mindestens 13 Menschen wurden dabei getötet und 30 weitere verletzt, wie palästinensische Gesundheitsbeamte mitteilten.
[Hinweis: Sie benötigen das Flash-Plugin und aktiviertes Javascript um das Video zu sehen.]
Die Hamas drohte, Israel werde einen "schweren Preis" für seinen Einmarsch bezahlen. Israelische Soldaten würden damit näher an die Falle rücken, die Hamas-Kämpfer für sie vorbereitet hätten, hieß es. Die Hamas hatte zuvor bereits die Entführung israelischer Soldaten angekündigt.
Zuvor hatte es erneut Raketenangriffe der Hamas auf israelisches Territorium geben. Dabei wurde mindestens ein Mensch verletzt. Die Bevölkerung im Süden Israels wurde laut ARD-Korrespondent Schneider aufgefordert, sich für die nächsten 48 Stunden in Schutzräume zu begeben.
Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert rechtfertigte die Offensive als "notwendig". Man sei sich bewusst, dass damit tausende Soldaten einem großen Risiko ausgesetzt würden, sagte Olmert laut einer Erklärung. Zuvor hatte er gesagt, dass Israel nur Ruhe vor den Raketenangriffen der Hamas erreichen wolle, dabei aber nicht den Sturz der Palästinenser-Organisation beabsichtige.
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW