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Israel hat auch in der Nacht und am frühen Morgen seine Angriffe im Gazastreifen fortgesetzt. Ziele waren führende Köpfe der Hamas, berichten israelische Medien. Im Gazastreifen versuchten viele Bewohner zu fliehen - allerdings wüssten sie in dem abgeriegelten Gebiet nicht, wohin.
Von Clemens Verenkotte, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv
Die israelische Luftwaffe flog in der Nacht und am frühen Morgen weitere Angriffe auf Wohnhäuser mutmaßlicher Hamas-Mitglieder im Gazastreifen sowie auf eine Moschee in Dschabalja im Norden des Küstenstreifens. Die Moschee habe als Waffenlager und Versteck für Extremisten gedient, behauptete anschließend die Armee in einer schriftlichen Mitteilung. Bei dem Angriff auf das Gotteshaus seien 18 Menschen getötet worden, berichteten Nachrichtenagenturen unter Berufung auf palästinensische Quellen.
"Wir sind nicht kriegswütig, aber wir schrecken auch nicht davor zurück. Wir sehnen uns nicht danach zu beweisen, dass wir eine gewaltige Kraft besitzen, aber wenn nötig werden wir sie einsetzen, um Ergebnisse zu erzielen", sagte Ministerpräsident Ehud Olmert bei einem Besuch in der Großstadt Beerscheba, die seit Beginn dieser Woche von den Raketen palästinensischer Extremisten getroffen wird. Er fügte hinzu: "Was die Bedürfnisse der Bürger von Gaza angeht, so werden wir mit Samthandschuhen vorgehen."
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Hunderttausende von Palästinensern im Gazastreifen haben seit Beginn der israelischen Luftangriffe vor sechs Tagen voraufgezeichnete Telefonwarnungen aus Israel erhalten. Es wurde ihnen mitgeteilt, dass ihr Haus bombardiert werde, sofern dort Waffen gelagert würden, wie Armeesprecherin Leibowitz mitteilte.
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Gestern Abend hätten zahlreiche Einwohner aus Beit Chanun und Beit Lahija im Norden des Gazastreifens ihre Häuser aus Angst vor einer drohenden Bodenoffensive der israelischen Armee verlassen und versucht zu fliehen. Doch angesichts der ständigen Präsenz von Kampfflugzeugen, Hubschraubern und Drohnen und kaum einer Möglichkeit, sich außerhalb des komplett abgeriegelten Küstenstreifens in Sicherheit zu bringen, zögen es die meisten Menschen vor, in ihren Häusern zu bleiben, berichteten palästinensische Augenzeugen.
[Bildunterschrift: Israels Außenministerin Zipi Livni spricht von einer unbefristeten Offensive. ]
Außenministerin Zipi Livni betonte im israelischen Rundfunk erneut, dass die Militäroperation zeitlich nicht befristet sei: "Die Auseinandersetzung ist langwierig." Der Hamas sei aber bereits eine Lektion erteilt worden. "Schon jetzt, nach fünf Tagen, versteht die Hamas, dass die Situation, in der sie schießen und wir nicht reagieren, zu Ende ist."
Israel fühlt sich nach Worten von Regierungssprecher Mark Regev durch die Reaktionen aus Europa darin bestätigt, die Militäroperation fortzusetzen. Er habe nicht viele Tränen in Paris, London oder Berlin über die Luftangriffe gesehen. Dies zeige, dass sich Israel politisch wie moralisch im Recht befinde, so Regev gegenüber der "New York Times".
Die israelische Luftwaffe richte ihre Angriffe zunehmend gegen führende Hamas-Milizionäre, berichteten israelische Medien. Gestern Nachmittag bombardierten Kampfflugzeuge das Wohnhaus des Hamas-Kommandeurs Nizar Rajan. Er und acht enge Familienmitglieder wurden getötet, darunter einige seiner Kinder. Rajan habe zu den wichtigsten und rücksichtslosesten Hamas-Anführern gezählt, dem selbst die politische Führung der Hamas im Gazastreifen, Ex-Regierungschef Ismail Hanija und Machmud Sahar, nicht zu widersprechen gewagt hätten, wie palästinensische Quellen berichteten. Jeden Vorstoß, eine Waffenruhe mit Israel zu vereinbaren, habe Rajan als Verrat abgelehnt.
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