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Israel hat die Angriffe in der Stadt Gaza dramatisch verschärft. Bodentruppen rückten am 20. Tag der Offensive massiv in Richtung Zentrum vor und versetzten die Bevölkerung damit in Panik. Bei den heftigen Kämpfen wurde auch das Hauptquartier des UN-Flüchtlingshilfswerks für die Palästinenser (UNWRA) teilweise zerstört. Nach Angaben von Mitarbeitern schlugen drei Phosphorbomben ein. Ein Lagerhaus mit tausenden Tonnen Lebensmittelhilfe und ein Treibstofflager standen in Flammen. 700 Menschen mussten evakuiert werden.
[Bildunterschrift: UN-Generalsekretär Ban (r.) protestierte scharf bei Verteidigungsminister Barak und forderte eine vollständige Untersuchung. ]
Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert bedauerte den Vorfall und wies militanten Palästinensern die Verantwortung zu. Israelische Truppen seien aus dem Gebäude heraus angegriffen worden und hätten daraufhin hart reagiert, sagte Olmert. Der Leiter des UN-Hauptquartiers, John Ging, wies dies zurück.
Für die Flüchtlinge ist der Beschuss eine Katastrophe, da sie auf die Lieferungen der UNWRA angewiesen sind. Nach UN-Angaben sind derzeit rund 40.000 Einwohner auf der Suche nach einem sicheren Platz - in UN-Schulen und Gebäuden von Hilfsorganisationen. Doch selbst die Krankenhäuser bieten keine sicheren Platz.
So nahm das israelische Militär das Al-Kuds-Krankenhaus in Gaza unter Beschuss. 40 Ärzte und Helfer sowie über 100 Patienten und andere Zivilisten saßen in dem brennenden Gebäude fest. Das Feuer konnte erst Stunden später gelöscht werden.
Eine israelische Granate schlug auch in ein Hochhaus ein, in dem mehrere Medienunternehmen, darunter die Nachrichtenagentur Reuters sowie der Fernsehsender Al-Arabija, ihre Büros haben. Dabei wurden zwei Mitarbeiter des emiratischen Fernsehsenders Abu Dhabi TV verletzt.
Nach dem Beschuss des UN-Gebäudes in Gaza sagte UN-Generalsekretär Ban in Tel Aviv: "Ich habe dem Verteidigungsminister Barak und der Außenministerin Livni meinen scharfen Protest und meine Empörung deutlich gemacht und eine vollständige Untersuchung gefordert." Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte den Gewaltakt. "Das sind militärische Angriffe, die nicht akzeptabel sind", sagte er nach einem Gespräch mit dem palästinensischen Regierungschef Salam Fajad in Ramallah im Westjordanland.
Steinmeier befindet sich derzeit auf seiner zweiten Vermittlungsmission in Nahost. Nach einem Treffen mit Israels Außenministerin Livni erklärte er, im Falle eines Waffenstillstands könne es keine Rückkehr zur Lage vor Beginn des Krieges geben: "Der Zustand, den wir vor Ausbruch des Konfliktes hatten, darf nicht derselbe sein, sonst würde der Waffenstillstand auch nicht dauerhaft sein." Livni fügte hinzu: "Alle begreifen, dass die Realität sich ändern muss und dass wir mehr Stabilität brauchen."
Richard C. Schneider über das Grauen des Gaza-Krieges - auf beiden Seiten der Grenze. [mehr]
Auch Ban traf die israelische Außenministerin. Der UN-Generalsekretär bezeichnete die Zahl der Toten im Gazastreifen als "unerträglich". Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums in Gaza wurden bei den Kämpfen bislang mehr als 1000 Menschen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. Seit Beginn des Krieges kamen zudem zehn israelische Soldaten ums Leben. Drei Zivilisten in Israel wurden durch Raketenangriffe der Hamas getötet.
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Unterdessen wurde der Innenminister der Hamas bei einem Angriff im Gazastreifen getötet. Said Siam befand sich in einem Versteck im Haus seines Bruders in der Stadt Gaza, erklärten Vertreter der Streitkräfte und des Geheimdienstes Schin Bet. Das Fernsehen der Hamas bestätigte den Tod. Siam gilt als einer der fünf ranghöchsten Hamas-Führer in dem Gebiet. Ihm unterstanden tausende Sicherheitsbeamte.
Bei einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen wurden sechs Israelis verletzt, zwei davon schwer. Wie israelische Medien berichteten, schlugen zwei Grad-Raketen nacheinander in der südisraelischen Stadt Beerschewa ein. Eine davon habe ein Auto direkt getroffen. Ein Siebenjähriger sei schwer verletzt, hieß es. Ungeachtet der schweren Kämpfe im Gazastreifen feuerten militante Palästinensern nach Armeeangaben erneut mehr als 25 Raketen auf israelische Grenzstädte ab.
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