Eine Frau läuft vor dem Ortsschild von Porter Ranch | Bildquelle: REUTERS

Notstand in Kalifornien beendet Gasleck nach vier Monaten verschlossen

Stand: 19.02.2016 16:59 Uhr

Der Notstand in Kalifornien ist beendet. Das Gasleck in einem Vorort von Los Angeles ist wieder geschlossen und die Anwohner können in ihre Häuser zurückkehren, was die meisten aber nicht wollen. Der Betreiber muss sich auf viele Schadensersatzklagen einstellen.

6000 Einwohner hatte es aus ihren Häusern in einem wohlhabenden Vorort von Los Angeles vertrieben. Jetzt ist das Leck aus dem das Gas aus einem Speicher 2400 Meter unter der Erde des Ortes Porter Ranch ausströmte, offiziell verschlossen. Das bestätigte die kalifornische Umweltbehörde nachdem Zement in das Leck gepumpt worden war. Die Luftqualität ist nach Angaben der staatlichen Gesundheitsbehörden ebenfalls wieder in Ordnung, wie die "New York Times" berichtet.

Eine Anwohnerin von Porter Ranch bei einer Informationsveranstaltung | Bildquelle: AFP
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Die Einwohner von Porter Ranch machen ihrem Ärger bei jeder behördlichen Anhörung Luft.

Laut dem Bericht klagen viele Anwohner aber noch immer über Übelkeit und wollen vorerst noch nicht in ihre Häuser zurückkehren. Nasenbluten und Kopfschmerzen waren weitere Symptome, die den Betreiber dazu zwangen Notunterkünfte für die Anwohner bereit zu stellen. Umweltaktivisten sind ebenfalls noch nicht zufrieden mit der Situation in den kleinen Ort. Sie fordern, dass der Erdgasspeicher unterhalb der Erde außer Betrieb genommen wird. Das könnte allerdings zu Stromausfällen führen.

300 Millionen Dollar Kosten

Der Betreiber des Speichers, Southern California Gas, hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 300 Millionen Dollar (rund 270 Millionen Euro) für die Schließung des Lecks und die nötige Umsiedlung der 6000 Anwohner ausgegeben. Allerdings muss das Unternehmen noch Schadensersatzklagen und Strafzahlungen an die Regierung in ihre Rechnung mitaufnehmen. Der Firmenchef Dennis Arriola räumte ein, dass es "noch viel Arbeit zu tun" gebe, bevor alle Anwohner nach Proter Ranch zurückkehren werden.

Der Governeur von Kalifornien Jerry Brown | Bildquelle: AP
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Governeur Jerry Brown hatte in seinem Wahlkampf den Klimaschutz zur obersten Priorität erklärt.

Seitdem das Leck am 23. Oktober des vergangenen Jahres in rund 150 Meter Tiefe entdeckt worden war, entwichen Tausende Tonnen von Methan-Gas und andere Chemikalien aus dem Speicher. Laut offiziellen Angaben betrug die Menge zeitweise 58.000 Kilogramm pro Stunde. Governeur Jerry Brown hatte im Januar den Notstand in der Region ausgerufen.

Einem Bericht der Tageszeitung "The Sacramento Bee" zufolge könnte das Leck auch durch die vielen Fracking-Aktivitäten in der Region verursacht worden sein. Da Erdgas in Kalifornien häufig in älteren Ölbrunnen gespeichert wird, kann Fracking dazu führen, dass die Metallummantelung der Brunnen brechen, weil sie dem hohen Druck nicht mehr standhalten können.

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