Ein belgischer Polizeibeamter hinter einer Absperrung | Bildquelle: AP

Großeinsatz der Polizei Wagen mit Gasflaschen in Brüssel gestoppt

Stand: 02.03.2017 21:28 Uhr

Ein verdächtiger Autofahrer mit Gasflaschen im Wagen hat in Brüssel einen Großeinsatz von Polizei und Sprengstoffexperten ausgelöst. Der Mann raste über eine rote Ampel und weigerte sich, den Kofferraum zu öffnen. Der Mann gelte als radikalisiert, hieß es.

Großeinsatz in der Nähe des Brüsseler Südbahnhofs: Bevor die Polizei ihn stoppen kann, überfährt ein Mann mit seinem Auto eine rote Ampel. Wie die belgische Agentur Belga berichtet, fiel den Beamten auf, dass der Kleinlaster mit falschen Kennzeichen unterwegs war. Der Mann habe sich geweigert, den Kofferraum zu öffnen, weshalb die Beamten ihn aufbrachen, sagte der örtliche Polizeichef.

Darin entdeckten die Polizisten mehrere Gasflaschen, die Sprengstoff-Experten unschädlich machen konnten. Dabei lösten sie mehrere Explosionen aus. Ein Zünder oder andere Sprengstoffe seien nicht gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Eine der Gasflaschen sei voll gewesen, die andere leer.

Berichte über Radikalisierung

Beamte nahmen den Mann fest und befragten ihn. Die Staatsanwaltschaft wollte sich zu seiner Identität zunächst nicht äußern und warnte vor Spekulationen. Man bemühe sich noch herauszufinden, wohin die Gasflaschen transportiert werden sollten und was die möglichen Motive des Fahrers waren. "Es ist viel zu früh, um zu bestätigen, dass der Fahrer eine kriminelle Absicht verfolgt hätte", teilte die Behörde am Abend mit. "Jede derartige Spekulation ist verfrüht."

Allerdings gelte der Mann wohl als radikalisiert, wie der Bürgermeister der südlichen Brüsseler Gemeinde St. Gilles dem belgischen Sender RTBF sagte. Der Verdächtige sei Ende 20, hieß es weiter. Er soll nach einer Reise ins Bürgerkriegsland Syrien 2014 in Brüssel festgenommen worden sein und sei im vergangenen Jahr wegen Terrorismus zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

Häuser evakuiert, U-Bahn-Station geschlossen

Vorsorgliche evakuierte die Polizei umliegende Häuser und eine Metrostation in der Nähe. Die Brüsseler Verkehrsbetriebe kündigten eine längere Schließung der Station an. Zudem wurde eine bestimmte U-Bahnstrecke auf Anordnung der Polizei geschlossen. Die Absperrungen wurden gegen 20 Uhr aber wieder aufgehoben.

In der belgischen Hauptstadt Brüssel gilt die zweithöchste Terrorwarnstufe. Vor knapp einem Jahr hatten Terroristen in einer U-Bahn-Station am Rande des Europaviertels und am Flughafen mehrere Bomben gezündet. Bei den Anschlägen waren mehr als 30 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden.

Polizei-Großeinsatz nahe des Brüsseler Südbahnhofs
K. Bensch, ARD Brüssel
02.03.2017 21:08 Uhr

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Mit Informationen von Karin Bensch-Nadebusch, ARD-Studio Brüssel



Über dieses Thema berichtete Inforadio am 03. März 2017 um 06:03 Uhr.

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