Seitenueberschrift

Aufbau des europäischen Navigationssystems geht voran

Satelliten für "Galileo"-Testbetrieb ins All gebracht

Eine "Sojus"-Rakete hat vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana zwei weitere Satelliten des europäischen Navigationssystems "Galileo" ins All gebracht. "Es war ein Bilderbuchstart und auf die Sekunde genau", freute sich eine Sprecherin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Zusammen mit den beiden bereits im All platzierten Satelliten könne das System bald zum ersten Mal getestet werden, sagte der Leiter des "Galileo"-Programms bei der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA), Didier Faivre. Die ersten beiden "Galileo"-Satelliten waren am 21. Oktober 2011 ins All gebracht worden. Vier Satelliten werden benötigt, um eine Position auf der Erdoberfläche präzise bestimmen zu können. Ab Anfang 2013 sollen erstmals Ortsbestimmungen möglich sein. Die Satelliten werden auf ihrer künftigen Erdumlaufbahnen in etwa 23.000 Kilometer Höhe vom "Galileo"-Kontrollzentrum im bayerischen Oberpfaffenhofen gesteuert.

Sojus-Rakete: Zwei Galileo-Satelliten ins All befördert
tagesschau 10:00 Uhr, 13.10.2012

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer nannte "Galileo" ein "Musterbeispiel für die erfolgreiche europäische Zusammenarbeit in der Hochtechnologie". Angesichts des Baus der Satelliten in Deutschland unterstrich er "den großen Anteil des deutschen Raumfahrtsektors".

Präziser als GPS

Von 2020 an sollen 30 Satelliten um die Erde kreisen und noch genauere Daten liefern als das amerikanische Navigationssystem GPS. Neben klassischen Diensten wie der Navigation im Straßenverkehr planen die "Galileo"-Ingenieure auch Dienste für das Militär, Rettungskräfte und beispielsweise Flugzeuge. Europa will unabhängiger vom GPS werden. Russland und China planen ebenfalls eigene Systeme.

"Galileo" wird allerding wegen der hohen Kosten und jahrelangen Verzögerung bis zur Inbetriebnahme kritisiert. Statt wie zunächst berechnet 3,4 Milliarden Euro veranschlagt die EU-Kommission inzwischen fast fünf Milliarden Euro dafür.

Stand: 13.10.2012 01:44 Uhr

Ihre Meinung - meta.tagesschau.de

6 Kommentare zur Meldung. Kommentierung der Meldung beendet.

Schlagwörter der Meldung:
Darstellung: