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In Russland ist der liberale Reformpolitiker und angesehene Wirtschaftsexperte Jegor Gaidar im Alter von 53 Jahren gestorben. Todesursache sei vermutlich ein Blutgerinnsel gewesen, berichteten russische Medien.
[Bildunterschrift: Der Direktor eines Moskauer Wirtschaftsinstituts, Gaidar, 2003 auf einer Parteiveranstaltung. ]
Gaidar galt als Chefideologe der Marktreformen unter dem früheren russischen Präsidenten Boris Jelzin und hatte den Übergang von der sowjetischen Plan- zur kapitalistischen Marktwirtschaft vorangetrieben.
Der in Moskau geborene Gaidar begann seine Karriere als Wirtschaftsjournalist. Er arbeitete unter anderem für die sowjetische Tageszeitung "Prawda". Nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems holte ihn Jelzin als Wirtschaftsberater in seine Regierung. Unter Jelzin war Gaidar kommissarischer Ministerpräsident, Finanzminister und 1992 für sechs Monate auch Vize-Regierungschef. 1994 wechselte er als führender Kopf in die liberal-demokratische Opposition.
[Bildunterschrift: Jelzin im Dezember 1999, nachdem er seinen Rücktritt als Präsident erklärt hatte. (Archiv) ]
Der Tod des Regierungskritikers kam für die russische Opposition überraschend. Gaidar war 2006 im irischen Dublin während einer Buchvorstellung unter ungeklärten Umständen zusammengebrochen. Er selbst hatte danach über einen Giftanschlag gemutmaßt, allerdings fanden Ärzte keinen Beweis dafür. Als Direktor eines Moskauer Wirtschaftsinstituts hatte sich der Experte bis zuletzt kritisch auch zur Politik des russischen Regierungschefs Wladimir Putin geäußert.
Gaidar war der Enkel des Schriftstellers Arkadi Gaidar, dessen Buch "Timur und sein Trupp" über die Vorbildwirkung kommunistischer Jugend zur Pflichtlektüre in den Schulen der DDR gehört hatte.
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