Papstsekretär zum Präfekt befördert An Gänswein kommt keiner vorbei

Stand: 07.12.2012 17:35 Uhr

Wer bekommt wann eine Audienz beim Papst? Für Fragen rund um Benedikts Terminkalender wird künftig Georg Gänswein zuständig sein. Der päpstliche Privatsekretär wurde zusätzlich zu seinem Job zum Präfekt ernannt. Der 56-Jährige hatte den Maulwurf im "Vatikleaks"-Skandal entlarvt.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Hörfunkstudio Rom

Papstsekretär Georg Gänswein (Archivbild vom 06.06.2012).
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Georg Gänswein ist bald nicht mehr nur Privatsekretär des Papstes, sondern auch Präfekt und Erzbischof.

Er ist der engste Mitarbeiter des Papstes und er wird es auch in Zukunft bleiben. Georg Gänswein wird sein neues Amt zusätzlich zu seiner Aufgabe als päpstlicher Privatsekretär übernehmen. Damit wird seine Rolle im Vatikan deutlich gestärkt. Als Präfekt des Päpstlichen Hauses ist der 56-Jährige künftig für den Terminkalender des Papstes zuständig. Wer bekommt wann eine Audienz beim Papst? Zur neuen Funktion gehört die Ernennung Gänsweins zum Erzbischof.

Man kann diese Beförderung seines Privatsekretärs durchaus auch als Reaktion Benedikts auf den „Vatileaks“ Skandal interpretieren. Dass Kammerdiener Paolo Gabriele vertrauliche Dokumente aus dem päpstlichen Apartment entwenden konnte, wurde auch Gänswein angelastet. Manche Indiskretion konnte man auch als direkten Angriff auf den engsten Mitarbeiter Benedikts verstehen. Am Schluss war es Gänswein selbst, der den Maulwurf im Vatikan entlarvte und die Gendarmerie informierte.

Der Mann im Hintergrund, der ständige Schatten des Papstes ist ein Liebling der italienischen Öffentlichkeit. Vor allem in den ersten Jahren des Pontifikats wurde der attraktive"Don Giorgio" wie ein Popstar gefeiert. Wohl auch deshalb erscheint er ungern in der Öffentlichkeit. Bei einem seiner wenigen öffentlichen Auftritten sagte er vor wenigen Tagen: Der Gegenwind, der dem Papst entgegenweht, den bekomme manchmal auch sein Sekretär zu spüren. Aber das sei Teil seiner Berufung.

Gänswein stammt aus dem Schwarzwald. Er promovierte an der Universität München in Kirchenrecht und arbeitet seit 1996 an der Seite von Joseph Ratzinger.

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