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Die Erderwärmung soll auf maximal zwei Grad begrenzt werden. Darauf haben sich die G8-Staaten bei ihrem Gipfel in L'Aquila bereits geeinigt. Heute steht das Thema Klima erneut auf der Tagesordnung - allerdings in größerer Runde mit Ländern wie Brasilien und China.
Von Gregor Hoppe, ARD-Hörfunkstudio Rom, zurzeit L'Aquila
Ein Konzert des Symphonieorchesters der Region Abruzzen beschloss den ersten Gipfeltag gestern Abend. Aus dem Arbeitsessen zu Themen der Außen- und Sicherheitspolitik vermeldeten französische Diplomaten, die G8-Staaten könnten womöglich die fortgesetzte Holocaust-Leugnung durch die iranische Führung, namentlich den Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, verurteilen - ob im allgemeinen Abschlussdokument zu machtpolitischen Themen, oder in einer gesonderten Erklärung.
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Frankreich drängte zusammen mit den USA auf einen solchen Schritt. Dagegen scheint Russland bemüht zu sein, den Iran nicht zu einem Sonderfall unter allen internationalen Problemstaaten machen zu lassen. Fest steht - und das im Grunde seit der Außenministerrunde in Triest - dass die G8-Staaten und Russland die Gewalt im Iran nach den umstrittenen Präsidentenwahlen, die Verhaftungen und die Verstöße gegen die Pressefreiheit verurteilen.
[Bildunterschrift: Staats- bzw. Regierungschefs aus den G5-Ländern Indien, Brasilien, Mexiko, Südafrika und China ]
Der zweite Tag in L´Aquila gehört aber noch einmal der Klimaproblematik. Mit China, Indien, Brasilien, Mexiko, Südafrika kommen die G5 und zusätzlich Ägypten zu den G7 und Russland offiziell hinzu aufs Verhandlungspodium. Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht die Schwellenländer dazu bereit, dem gestern unter den G8 vereinbarten Ziel grundsätzlich zuzustimmen: Erderwärmung nicht mehr als zwei Grad über dem vorindustriellen Niveau.
Die Anerkennung dieses Ziels wäre für Merkel ein erster Schritt im Hinblick auf die UN-Klimakonferenz im Herbst in Kopenhagen. Die Industrieländer müssten ihre mittelfristigen Ziele noch stärker spezifizieren, so die Kanzlerin. "Und dann, glaube ich, so sagen es die Schwellenländer uns auch, werden sie Richtung Kopenhagen auch bereit sein, ein Langfristziel zu akzeptieren. Aber die zwei Grad sind nun unsere gemeinsame Basis."
[Bildunterschrift: Die Wende bei der Klimapolitik: Für die Kanzlerin ein Erfolg ]
Die Wende in der US-Klimapolitik, von der Bush-Administration hin zur Obama-Regierung, war für die Kanzlerin gestern der große Erfolg. Aber wie weit gesteckt sind die Ziele: Die Welt soll ihren CO2-Ausstoß bis in rund 40 Jahren um die Hälfte gesenkt haben. Und im gleichen Zeitraum die Industriestaaten ihren Ausstoß um vier Fünftel.
Dem widersprach Russland übrigens sogleich wieder. Und dem Sherpa der US-Delegation, Mike Fromann, war anzuhören, wie schonend die Schwellenländer zum Mitmachen gebracht werden sollen: "Die 50 und die 80 Prozent sind nicht in der Erklärung der G8 und der G5 plus Ägypten enthalten, sondern nur in der Erklärung der G8. Aber was beide Gruppen heute zusammen beschließen werden, ist eine Reihe von Schritten und Verpflichtungen, von sowohl Industrie- als auch Schwellenländern, die eben Fortschritt anzeigen in Richtung hin auf weniger Treibhausgase im Zusammenhang mit Kopenhagen."
Die G8 werden zu G20, damit aber auch allmählich so schwerfällig wie die Vereinten Nationen. In diesem Sinne lesen viele diesen vom Ausmaß her rekordverdächtigen G8-Gipfel von L´Aquila - auf dem die Absichtserklärungen nur so purzeln und die Proteste der eingeladenen Nichtregierungsorganisationen gleich hinterher kommen.
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