Sigmar Gabriel | Bildquelle: dpa

Gabriel zu Trump "Ein Riesenfehler"

Stand: 17.08.2017 06:48 Uhr

Nach Trumps Äußerungen über rechte Gewalt in Charlottesville hat Außenminister Gabriel dem US-Präsidenten einen "Riesenfehler" vorgeworfen. Eine Gleichsetzung beider Seiten sei falsch - und zeige, wie verwoben ein Teil der Unterstützer Trumps mit der rechtsradikalen Szene sei.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, die rechtsextremistische Gewalt in Charlottesville in unzulässiger Weise relativiert zu haben. "Natürlich ist eine Gleichsetzung beider Seiten statt einer klaren Distanzierung vom nazistischen Potenzial, das sich da gezeigt hat, ein Riesenfehler", sagte er in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Und sie ist auch falsch. Und das zeigt eben, wie verwoben ein Teil der Unterstützer Trumps mit der rechtsradikalen Szene der Vereinigten Staaten ist. Sein Chefideologe Steve Bannon steht ihnen nahe."

Kritik an Instrumentalisierung

Am Samstag war bei rassistischen Ausschreitungen in Charlottesville eine Gegendemonstrantin von einem Auto überfahren und getötet worden. 19 Menschen wurden verletzt. Vorher war es zu Zusammenstößen gekommen. Trump gibt beiden Seiten die Schuld für die Eskalation. "Es gab auf der einen Seite eine Gruppe, die schlimm war, und es gab auf der anderen Seite eine Gruppe, die ebenfalls sehr gewalttätig war", sagte er.

Gabriel zog eine Parallele zur Diskussion in Deutschland nach den G20-Krawallen in Hamburg, in der das Gewaltpotenzial von Links und Rechts ebenfalls verglichen wurde. "Wir haben auch bei uns erlebt, dass es zu einer Gleichsetzung gekommen ist, und dass versucht worden ist, das politisch gegen die SPD zu instrumentalisieren", sagte er. "Und das, obwohl wir hier einen echten Rechtsterrorismus und keinen vergleichbaren Linksterrorismus haben."

Schulz kritisiert Merkel

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz warf Bundeskanzlerin Angela Merkel zu große Nachgiebigkeit gegenüber Trump vor. "Meine Erfahrung ist: Solche Typen brauchen klare Ansagen", sagte Schulz der "Frankfurter Rundschau". Trump begehe "systematisch Tabubrüche" und umgebe sich mit Beratern, die "schieren Hass gesät" hätten, fügte er hinzu.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. August 2017 um 9 Uhr.

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