Kim Jong Un beobachtet den Start der Rakete Hwasong-12 | Bildquelle: REUTERS

Gabriel warnt vor Nordkorea "...dann wird es verdammt gefährlich"

Stand: 31.12.2017 07:43 Uhr

Seit Jahren arbeitet Nordkorea demonstrativ auf ein Ziel hin: Atommacht zu werden. Außenminister Gabriel hat eindringlich davor gewarnt, auch weil andere Staaten dem Beispiel folgen könnten. Einen Angriff auf Nordkorea lehnt er aber ab - einziger Weg sei die Diplomatie.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat davor gewarnt, sich mit der Entwicklung Nordkoreas zur Atommacht abzufinden. "Wenn sich Nordkorea Atomwaffen beschafft und der Rest der Welt schaut zu, dann wird es verdammt gefährlich", sagte Gabriel den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Dann werden andere dem Beispiel folgen." Eine militärische Lösung würde allerdings "unfassbar viele Menschenleben kosten".

Sigmar Gabriel | Bildquelle: dpa
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Nur die USA und Russland könnten die Korea-Krise lösen, meint Sigmar Gabriel.

Nordkorea führt trotz internationaler Strafmaßnahmen immer wieder Atom- und Raketentests durch. Vor allem das Verhältnis zu den USA ist deshalb äußerst angespannt: US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatten sich in den vergangenen Monaten heftige Verbalattacken geliefert. Trump drohte Nordkorea im September in einer Rede vor der UN-Vollversammlung mit "vollständiger Vernichtung", sollte es zum Krieg kommen. Der UN-Sicherheitsrat verschärfte zuletzt am 22. Dezember die Sanktionen gegen das kommunistische Land erneut.

Gabriel rief zugleich zu einer Verbesserung der Beziehungen zwischen den USA und Russland auf. "Gerade wir in Europa müssen ein Interesse daran haben, dass das Verhältnis zwischen den USA und Russland besser wird", sagte der Minister. "Am Ende können nur die USA und Russland - unterstützt von China - die Verbreitung von Atomwaffen verhindern." Bleibe das Verhältnis zwischen Washington und Moskau so schlecht, wie es sei, würden andere Länder das nutzen. Deshalb sei das Bemühen der Europäer so groß, die USA und Russland wieder näher zusammenzubringen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Dezember 2017 um 04:50 Uhr.

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