Sigmar Gabriel | Bildquelle: dpa

Konflikt um Atomwaffen Gabriel will mit Nordkorea reden - direkt

Stand: 18.09.2017 05:22 Uhr

Direkte Gespräche - darin sieht Außenminister Gabriel den Ausweg aus der Nordkorea-Krise. Machthaber Kim sei "nicht irre" sondern folge einer kühl überlegten Strategie, betonte er in einem Zeitungsinterview. Mit am Tisch müssten USA, China und Russland sitzen.

In der Auseinandersetzung mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und dessen Atomwaffen-Programm hat Bundesaußenminister Sigmar Gabriel "Visionen und mutige Schritte" gefordert. In direkten Verhandlungen müsse Nordkorea "eine andere Sicherheitsgarantie als die Atombombe" vor Augen geführt werden, sagte Gabriel der "Bild"-Zeitung.

"Kim ist nicht irre"

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un | Bildquelle: AP
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Kim sei "eben nicht irre", hob Außenminister Gabriel hervor.

Kim sei "eben nicht irre", hob der Außenminister hervor. Vielmehr folge der nordkoreanische Staatschef "einer kühl überlegten Strategie: Wenn er die Atombombe hat, dann - so denkt er - ist sein Regime gesichert. Weil sich niemand trauen wird, ihn zu bedrohen."

Gabriel plädierte dafür, die jüngst verhängten Strafmaßnahmen und deren Wirkung abzuwarten. "Sanktionen brauchen Zeit, bis sie wirken", sagte er. Dies sei am Beispiel Iran deutlich geworden. Richtig sei aber auch, dass für Nordkorea "eine andere Sicherheitsgarantie als die Atombombe" benötigt werde.

Vorbild KSZE

Die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) habe so etwas in Europa geschaffen. Auch bei Nordkorea führe ein solcher Ausweg nur über direkte Verhandlungen, an denen sich die UN-Vetomächte USA, China und Russland beteiligen müssten. Der Bundesaußenminister hatte am Sonntag in Peking politische Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm geführt. Allen Warnungen zum Trotz hatte Nordkorea am Freitag erneut eine Rakete über Japan hinweg in den Pazifik gefeuert. Wenige Tage zuvor hatte der Sicherheitsrat neue Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt, nachdem Nordkorea seinen bislang gewaltigsten Atomwaffentest vorgenommen hatte.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. September 2017 um 07:00 Uhr.

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