Eine Frau und ihr Kind in einem Flüchtlingslager in Somalia | Bildquelle: REUTERS

Hungersnot in Somalia Deutschland will seine Hilfe verdoppeln

Stand: 01.05.2017 13:39 Uhr

20 Millionen Menschen in Ostafrika und im Jemen hungern. Das Geld, das die Staatengemeinschaft bislang zur Verfügung gestellt hat, reicht aber nur, um acht Millionen zu helfen. Bei einem Besuch in Somalia sagte Außenminister Gabriel weitere Hilfe zu.

Von Linda Staude, ARD-Studio Nairobi

Sigmar Gabriel hat bei einem Besuch in Somalia deutsche Hilfe in Millionenhöhe für die hungernde Bevölkerung in dem ostafrikanischen Land zugesagt. Deutschland habe angesichts der drohenden Hungersnot bereits 70 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. "Wir sind bereit, das mindestens zu verdoppeln", sagte der Außenminister.

Besuch aus Sicherheitsgründen geheim gehalten

Die Hilfe wird dringend benötigt. Erst vor drei Tagen hatten die UN die internationale Gemeinschaft noch einmal dazu aufgefordert, die notwendigen Mittel für den Kampf gegen den Hunger in den vier besonders betroffenen Ländern Nigeria, Somalia, Südsudan und Jemen zur Verfügung zu stellen. Bisher ist lediglich ein Fünftel der benötigten Summe eingegangen - genug für gerade einmal acht der gut 20 Millionen Hungernden in den vier Ländern.

Karte Afrika mit Somalia, Südsudan, Nigeria, Jemen
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Die vier Länder Nigeria, Somalia, Südsudan und Jemen sind von der Dürre besonders betroffen.

Der Somalische Premier Hassan Ali Khaire und Bundesaußenminister Gabriel bei ihrem Treffen am Flughafen von Mogadischu | Bildquelle: REUTERS
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Gabriel traf am streng gesicherten Flughafen von Mogadischu auch den somalischen Premierminister Khaire.

Treffen mit ehemaligen Kämpfern der al-Shabaab

Gabriel ist der erste deutsche Minister seit fünf Jahren, der Somalia besucht. Zuletzt war Dirk Niebel als Entwicklungsminister 2012 in das krisengeschüttelte Land gereist. Der heutige Besuch war zuvor aus Sicherheitsgründen geheim gehalten worden und fand unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Gabriel führte am Morgen auf dem streng gesicherten Flughafen Mogadischus politische Gespräche - unter anderem mit UN-Vertretern, die ihr Hauptquartier dort haben. Im Verlauf des Tages will er sich noch mit Binnenflüchtlingen treffen, die im eigenen Land auf der Flucht vor Dürre, Hunger und Terror sind.

Außerdem steht ein Treffen mit ehemaligen Kämpfern der al-Shabaab-Miliz auf dem Programm. Die Terrorgruppe verübt immer wieder Anschläge in Mogadischu sowie im benachbarten Kenia, sie kontrolliert nach wie vor weite Teile des Landes im Süden Somalias. Nach seiner Abreise aus Somalia wird der Außenminister nach Äthiopien weiterreisen.

Sigmar Gabriel verspricht Somalia Millionenhilfe
L. Staude, ARD Nairobi
01.05.2017 12:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 01. Mai 2017 NDR Info um 13:00 Uhr und die tagesschau um 20:00 Uhr.

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