Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel bei seiner Ankunft in Havanna | Bildquelle: dpa

Gabriel in Kuba Mit Geduld zu guten Geschäften

Stand: 07.01.2016 05:06 Uhr

Annäherung mit den USA, wirtschaftliche Öffnung - die Hoffnungen der Kubaner waren groß. Auch die deutsche Wirtschaft erhofft sich gute Geschäfte, Minister Gabriel ist heute in Havanna. Doch es geht in Kuba nur sehr zäh voran, sagt ARD-Korrespondent Peter Sonnenberg.

"Kuba ist vielleicht der letzte unberührte Markt der Welt", sagt ARD-Korrespondent Peter Sonnenberg mit Blick auf die Reise von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Das Land brauche im Prinzip alles: Produkte, Know-how, neue Partnerschaften. Doch bei den Kubanern selbst sitze das Geld noch nicht so locker, "wer hier verdienen will, muss erstmal investieren".

Gabriel besucht Kuba nach dessen jahrelanger Abschottung
tagesschau 09:00 Uhr, 07.01.2016

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Dazu wolle Kuba den internationalen Unternehmen entgegenkommen. Ein "riesengroßer" neuer Industriehafen sei gebaut worden, eine Sonderwirtschaftszone eingerichtet. Dort sollen die Firmen zehn Jahre lang steuerfrei arbeiten können. Doch die Gebäude stehen nach Angaben Sonnenbergs noch weitgehend leer: "400 Unternehmen sollen da reinpassen - acht sind bis jetzt da."

Gabriel: "Noch am Anfang einer Entwicklung"

Gabriel selbst sagte auf dem Flug nach Havanna, man dürfe nicht zu hohe Erwartungen haben. "Wir sind da noch am Anfang einer Entwicklung." Der Minister wird von einer 60-köpfigen Wirtschaftsdelegation begleitet. Vorrangiges Ziel ist nach seinen Worten, vor allem mittelständische deutsche Firmen dabei zu unterstützten, stärker in Kuba Fuß zu fassen. Gabriel ist der erste Bundeswirtschaftsminister seit 15 Jahren, der das Land besucht.

Nach jahrzehntelanger Eiszeit hatten Washington und Havanna sich Anfang des vergangenen Jahres wieder angenähert und im Sommer ihre diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen. Das Handelsembargo der Vereinigten Staaten gegenüber dem Karibikstaat besteht aber weiterhin.

Seit dem Beginn des Annäherungsprozesses sei auch deshalb "viel weniger passiert als sich vor allem die Kubaner das wünschen", sagt Sonnenberg. Zwar gebe es "ein bisschen mehr Internet", auch würden Fassaden in Havanna renoviert. Doch das Embargo mache es den Kubanern schwer, weiterzukommen und ihre Träume zu verwirklichen. Die Enttäuschung sei groß: So seien 2015 deutlich mehr Kubaner von der Insel geflüchtet als in den Jahren zuvor.

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