Außenminister Sigmar Gabriel spricht im Flüchtlingslager Kutupalong mit Rohingya Kindern. | Bildquelle: dpa

Gabriel in Bangladesch "Eine katastrophale Situation"

Stand: 19.11.2017 14:22 Uhr

Bundesaußenminister Gabriel hat 20 Millionen Euro zusätzlich für die Versorgung der muslimischen Rohingya-Flüchtlinge aus Myanmar angekündigt. Er besuchte ein Flüchtlingslager im Nachbarland Bangladesch und sprach von einer "dramatischen Lage".

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat in Bangladesch ein Flüchtlingslager für muslimische Rohingya aus dem Nachbarland Myanmar besucht. "Das ist eine dramatische Lage", sagte Gabriel. "Was wir hier gesehen haben, ist eine katastrophale Lebenssituation für die Menschen." Der SPD-Politiker besuchte das Aufnahmelager Kutupalong gemeinsam mit seinen Amtskollegen aus Schweden und Japan sowie der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini. Und versprach Hilfe: Gabriel sagte 20 Millionen Euro zusätzlich für die Versorgung der Flüchtlinge zu.

Insgesamt sind mehr als 830.000 Menschen aus Myanmar vor Gewalt und Verfolgung geflohen. Um das Lager herum leben in der Region Cox's Basar Hunderttausende Flüchtlinge.

Gabriel sagt Rohingya-Flüchtlingen in Bangladesch weitere 20 Millionen Euro zu
tagesschau 20:00 Uhr, 19.11.2017, Ariane Reimers, ARD Singapur zzt. Dhaka

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Allein in den vergangenen drei Monaten sind 620.000 Menschen über die Grenze nach Bangladesch geflohen - in eines der ärmsten Länder der Welt. Bangladesch ist halb so groß wie Deutschland und hat doppelt so viele Einwohner. Der Mindestlohn liegt bei monatlich 60 Euro. Das Land muss sich nun um Hunderttausende Rohingya kümmern, die oft nur mit der Kleidung, die sie auf der Flucht trugen, hier angekommen sind. 

Lange werde das nicht mehr gut gehen, sagt der Parlamentsabgeordnete Mayeen Badal, der mit Parteikollegen Essen und Kleidung in den Camps verteilt: "Wie lange kann Bangladesch noch diese Hilfsbereitschaft zeigen? Wir können das nicht mehr leisten. Wir brauchen Sicherheitszonen in Myanmar, die Vereinten Nationen sollen sie dort errichten, sonst sind diese Menschen nicht mehr zu retten."

"Am schnellsten wachsende Flüchtlingskatastrophe"

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR spricht von der "am schnellsten wachsenden Flüchtlingskatastrophe" weltweit. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge seien Kinder. Die Vereinten Nationen werfen dem Nachbarland Myanmar vor, "ethnische Säuberungen" zu betreiben. Menschenrechtler und Flüchtlinge berichten von rund 300 niedergebrannten Dörfern, brutalen Morden, Vergewaltigungen und Vertreibungen.

In Bangladesch Angekommene schilderten dem ARD-Studio Südasien ihre Erlebnisse. Hasina zum Beispiel habe sich zwar selber retten können, aber Gräueltaten mit ansehen müssen: "Von meinem Versteck aus habe ich gesehen, wie mein Sohn versucht hat zu fliehen, aber es waren so viele Soldaten, sie haben ihn nieder gestoßen und dann ins Feuer geworfen." Die zehnjährige Mosadekka sagt, Soldaten hätten ihre Schwester ermordet: "Ich hatte große Angst, sie haben Menschen zerschnitten, ich bin mit meinen Vater weg gerannt."

Gabriel trifft am Abend Suu Kyi

Am Abend reist Gabriel zu einem Asien-Europa-Außenministertreffen (Asem) in Myanmars Hauptstadt Naypyidaw weiter. Dort wird er auch die myanmarische Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi treffen, der vorgeworfen wird, kaum etwas zur Lösung der Flüchtlingskrise beizutragen.

Ausgelöst wurde diese durch einen Angriff einer Rohingya-Miliz auf Posten der Sicherheitskräfte am 25. August. Die Armee reagierte darauf nach eigener Darstellung mit einer "Räumungsoperation" in den Dörfern der damals rund eine Million Rohingya in der Region Rakhine.

Mit Informationen von Silke Diettrich, ARD-Hörfunkstudio Südasien

Gabriel in Flüchtlingslagern in Bangladesch
Silke Diettrich, ARD Neu-Delhi
19.11.2017 13:02 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 19. November 2017 MDR aktuell um 12:09 Uhr und die tagesschau um 13:15 Uhr.

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