G20-Gipfel in Antalya | Bildquelle: AP

Ende des G20-Gipfels Den Terroristen ans Geld gehen

Stand: 02.12.2015 16:14 Uhr

Anschläge wie die von Paris sind nicht nur logistisch aufwendig - sondern auch finanziell. Der G20-Gipfel hat sich darum zum Ziel gesetzt, Terrorgruppen wie dem "Islamischen Staat" den Geldverkehr zu erschweren. Offen bleibt, wie das gehen soll.

Mit einer koordinierten Anti-Terror-Kampagne wollen die G20-Staaten auf die Anschläge von Paris reagieren. Dabei soll es vor allem darum gehen, Terrorgruppen wie den "Islamischen Staat" finanziell auszutrocknen. Wie sich dieses Ziel umsetzen lässt, blieb zum Abschluss des G20-Gipfels im türkischen Küstenort Belek allerdings unklar.

Zudem beschlossen die Staats- und Regierungschefs, Grenzen und Flughäfen in Zukunft noch strenger zu überwachen. Damit soll die Bewegungsfreiheit möglicher Terroristen eingeschränkt werden. Außerdem sollen die Geheimdienste enger zusammenarbeiten und mehr Informationen untereinander austauschen.

Kampf gegen Steuervermeidung

Neben dem Kampf gegen den Terrorismus stand das Flüchtlingsthema ganz oben auf der Agenda des zweitägigen Gipfels. Dazu verpflichteten sich die G20, Flüchtlinge stärker schützen und unterstützen zu wollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte, auf eine bessere Verteilung von Migranten innerhalb der EU hinwirken zu wollen.

Die G20-Staaten beschlossen darüber hinaus umfangreiche Maßnahmen gegen Steuervermeidung großer Konzerne. Dabei gehe es um jährlich 100 bis 240 Milliarden US-Dollar, die bislang bei den Firmen landen, obwohl sie eigentlich dem Fiskus zustehen.

Laut den Steuerexperten der Industrieländerorganisation OECD reicht Konzernen oft schon eine ausländische Briefkastenfirma, um Gewinne künstlich kleinzurechnen und so die Steuerlast zu mindern. In der Praxis gilt die Schließung von Steuerschlupflöchern als extrem schwierig. So hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble kürzlich gemahnt, nicht nur "einen eindrucksvollen Stapel Papier" zu produzieren.

Stichwort

Die "Gruppe der 20" wurde 1999 ins Leben gerufen, um die Kooperation in Fragen des internationalen Finanzsystems zu verbessern. Ihr gehören alle Mitglieder der Gruppe der sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) an: USA, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Kanada.

Dazu kommen Russland sowie die großen Schwellenländer China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika; außerdem Argentinien, Australien, Indonesien, Saudi-Arabien, Südkorea, die Türkei und die Europäische Union.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. November 2015 um 15:00 Uhr.

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