EU-Ratspräsident Donald Tusk geht an mehreren Fahnen vorbei, als er beim G20-Treffen eintrifft. | Bildquelle: AP

G20-Gipfel in der Türkei "Jetzt ist Zeit zu handeln"

Stand: 15.11.2015 13:05 Uhr

Das G20-Treffen in der Türkei steht im Zeichen der Terroranschläge von Paris. "Worte sind nicht genug. Heute ist es Zeit zu handeln", sagte EU-Ratspräsident Tusk. Als ersten Schritt schlug er vor, die Finanzierungswege der Terroristen zu zerstören.

Von Sabine Hackländer, SWR-Hörfunkstudio Brüssel, zzt. Antalya

Eigentlich wäre die Flüchtlingskrise das große Thema der Europäer gewesen: eine gemeinsame Antwort auf eine Krise, die eben nicht nur europäisch, sondern global ist. So sieht es jedenfalls die Europäische Union. Man wünscht sich konkrete finanzielle Zusagen der internationalen Partner ebenso wie die Bereitschaft selbst Flüchtlinge aufzunehmen.

Doch nun steht bei diesem Gipfel erst mal anderes im Vordergrund. Dies sei kein normaler G20-Gipfel erklärte EU-Ratspräsident Donald Tusk: "Freitag Nacht in Paris haben Terroristen Menschen in einer freien Welt attackiert. Wir alle haben uns solidarisch erklärt, aber das reicht nicht. Jetzt ist Zeit zu handeln. Wir erwarten von allen G20-Führern Taten und die nötige Entschlossenheit, um den Terrorismus zu bekämpfen."

US-Präsident Obama schüttelt beim G20-Treffen dem türkischen Präsidenten Erdogan die Hand. | Bildquelle: AP
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Vielsagende Blicke: US-Präsident Obama und der türkische Präsident Erdogan beim G20-Treffen.

Geldhahn für die Terroristen zudrehen

Die G20 hätten eine spezielle Verantwortung, erklärte Tusk. So gäbe es kein besseres Forum als dieses, um die Finanzquellen der Terroristen zum Versiegen zu bringen. Ohne Geld könnten Terrornetzwerke wie der "Islamische Staat" nicht bestehen. "Nur wenn wir bei verdächtigen Finanztransaktionen Informationen austauschen, werden wir es schaffen, diese Bedrohung zu stoppen", sagte Tusk.

Die EU erwartet also eine engere Zusammenarbeit, und das nicht nur, wenn es um die Finanzierung des Terrors geht. Millitärische Aktionen müssten abgesprochen werden, erklärte Tusk mit Blick auf das russische Engagement in Syrien. Nicht die gemäßigten syrischen Rebellen, sondern die Terrororganisation "Islamischer Staat" seien die Bedrohung, sie müsse bekämpft werden.

Anschläge in Paris bestimmen G20-Gipfel in der Türkei
tagesschau 20:00 Uhr, 15.11.2015, Martin Weiss, ARD Istanbul

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Anti-Terror-Kampf hat für Obama Priorität

US-Präsident Obama machte zu Beginn des Treffens ebenfalls deutlich, dass für ihn der Kampf gegen den Terror oberste Priorität besitze:

"Unschuldige Menschen wegen einer verwirrten Ideologie zu töten, ist ein Angriff nicht nur auf Frankreich, nicht nur auf die Türkei, es ist ein Angriff auf die gesamte zivilisierte Welt. Wir haben Präsident Hollande und den Menschen in Frankreich gesagt, dass wir solidarisch zu ihnen stehen und ihnen helfen werden, die Täter und ihre Hintermänner zu jagen und sie der Gerechtigkeit zuzuführen."

Dass neben dem Terrorismus die Flüchtlingskrise aber das große Thema Europas sei, machte EU-Kommissionspräsident Juncker klar. Noch nie seien so viele Menschen wie heute aus ihrer Heimat geflohen, so Juncker. "Heute ist einer von 122 Menschen auf der Welt ein Flüchtling oder Asylbewerber. Wenn sie alle aus einem Land kämen, stünde es auf der Rangliste 24 der größten Länder der Welt", sagte Juncker.

Die Europäische Union fordert deshalb von den G20 eine gemeinsame Antwort auf die Flüchtlingskrise. Man erwarte nicht mehr als die Europäische Union tue, aber eben auch nicht weniger.

G20-Gipfel hat begonnen
S. Hackländer, SWR Brüssel
15.11.2015 12:01 Uhr

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