Staats- und Regierungschefs auf dem G7-Gipfel in Taormina | Bildquelle: AFP

G7-Gipfel Von Trumps Blockade genervt

Stand: 27.05.2017 21:08 Uhr

US-Präsident Trump sprach von einem "schrecklich produktiven Gipfel", die anderen G7-Staats- und Regierungschefs aber sind enttäuscht. Egal ob Klima oder Migration - Trump weigerte sich, sich den anderen anzuschließen.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom, zzt. in Taormina

Eigentlich reicht ein typisches Merkel-Wort, um diesen Gipfel zu beschreiben: "Unzufriedenstellend" nannte die Bundeskanzlerin das, was am Ende beim Streit um den Klimaschutz herauskam.

Auf ein gemeinsames Bekenntnis zu den Klimaschutzverträgen von Paris konnten sich die sieben Staats- und Regierungschefs in Taormina nicht einigen. Merkel sagte:

"Hier gibt es zurzeit keine Einigung. Aber wir haben sehr deutlich gemacht, dass wir von unseren Positionen hier nicht abrücken. Insofern also Übereinstimmung - Fortschritte im Blick auf Handel - und Dissens im Augenblick beim Klimaabkommen, dem Pariser Abkommen. Aber ich glaube, das Pariser Abkommen ist so wichtig, dass man da auch keine Kompromisse machen kann."

Der Kommentar von Christian Nitsche, BR, zu Trumps Auslandsreise
tagesthemen 23:30 Uhr, 27.05.2017

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Positionen gehen weit auseinander

Wie sehr die Meinungen doch auseinander gehen: Donald Trump, der US-Präsident, der die Runde mit seiner Blockadehaltung in wichtigen Punkten genervt hatte, war mit seiner Leistung offenbar zufrieden.

Er sprach, kurz vor seinem Abflug, von einem "schrecklich produktiven Gipfel" und davon, dass er die Beziehungen zu den engsten Verbündeten gestärkt habe und überhaupt - das sei eine historische Woche gewesen.

Paolo Gentiloni, Italiens Premierminister und Gastgeber, konnte einem da fast leidtun. Er hatte am Ende die unangenehme Aufgabe, das Treffen von Taormina irgendwie als Erfolg zu verkaufen.

"Hier gab es Diskussionen"

Der sonst sehr diplomatische Italiener zeigte fast so eine Art Galgenhumor:

"Ohne Zweifel gab es bei diesem G7-Treffen unterschiedliche Meinungen. Aber wer sich an früher erinnert, der weiß, dass die Abschlusserklärung sonst immer schon seit zwei Monaten fertig war, und man kam nur noch aus formellen Gründen zusammen. Hier ist etwas passiert, hier gab es Diskussionen. Wenn man sich auseinandersetzt, dann ist das gut. Und ich denke, meine Kollegen aus sechs Ländern sehen das ähnlich."

Inhaltlich war der G7-Gipfel von Taormina eine Enttäuschung. Nicht nur bei den Verhandlungen zum Thema Klima oder bei der vorsichtigen Öffnung in Handelsfragen.

Auch beim Thema Migration blieb das Treffen weit hinter den Erwartungen zurück. Italien hatte ursprünglich ein eigenes Papier zur Migrationskrise gewollt. Auch die Wahl Siziliens, wo jede Woche Tausende Flüchtlinge an Land gehen, war kein Zufall. Aber am Ende reicht es nur zu einem Formelkompromiss. Die USA wollten vor allem über Sicherheit und Grenzschutz diskutieren.


Ina Ruck, ARD Washington zzt. Taormina, zum Abschluss des G7-Gipfels
tagesschau 20:00 Uhr, 27.05.2017

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"Ich schäme mich als Europäer"

Für Justin Forsyth, Vizechef beim Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF, ist das angesichts der Tausenden Toten auf dem Mittelmeer ein Skandal:

"Ich schäme mich als Europäer, dass das vor unserer Haustür passiert. Im Mittelmeer, ein paar Meilen vom Gipfeltreffen entfernt. Und während die Staats- und Regierungschefs tagen, ertrinken Kinder. Das können wir 2017 nicht akzeptieren. Wir brauchen Taten, wir müssen mehr tun. Und wenn das unsere Kinder wären, dann würden wir auch mehr tun." 

Und so wurde am Ende von den Gipfelteilnehmern vor allem die gemeinsame Haltung im Kampf gegen den internationalen Terrorismus gelobt, die gestern bereits beschlossen war und die auch in den Wochen vor dem Treffen nie umstritten war.

Zusammenstöße von Polizisten und Demonstranten am Rande des G7-Gipfels auf Sizilien | Bildquelle: AP
galerie

Am Rande des G7-Gipfels ist es zu Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten gekommen.

Lehrstunde in Sachen G7

Bundeskanzlerin Merkel, die während der Beratungen zur Rechten von Trump sitzen musste, nutzte ihre Abschlusserklärung zu einer Lehrstunde in Sachen G7-Gipfel:

"Wir erinnern uns noch mal daran, dass G7 ja gegründet wurde, um auf der Grundlage gemeinsamer Interessen und Werte die Herausforderungen der Globalisierung anzunehmen - und sie auch zum Wohle der Menschen bei uns zu Hause zu gestalten und zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger in der ganzen Welt. Das ist das, was uns leiten sollte. Und ich kann berichten, dass wir an einigen Stellen hier sehr wohl auch diesen Leitgedanken umsetzen konnten."

Nach dem Taormina-Gipfel ist also noch viel Luft nach oben. Die Diskussionen sollen Anfang Juli in Hamburg im Kreise der G20-Staaten fortgesetzt werden. Und Trump hat immerhin schon mal angekündigt, er werde in der nächsten Woche entscheiden, wie die USA zum Pariser Klimaschutzabkommen stehen. Wohlgemerkt: In der Verhandlungsrunde hat er das nicht gesagt, sondern per Twitter.

G7-Gipfel von Taormina geht zuende
J.-C. Kitzler, ARD Rom, zzt, Taormina
27.05.2017 20:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Mai 2017 um 20:00 Uhr.

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