Atomruine in Japan Erneut radioaktives Leck in Fukushima

Stand: 20.08.2013 12:21 Uhr

Der japanische Atomkonzern Tepco bekommt die Situation an der Atomruine Fukushima nicht in den Griff: Erneut sind Hunderte Tonnen hochgradig radioaktiv verstrahltes Wasser entwichen - und das Leck sei noch nicht gefunden, so Tepco.

Von Peter Kujath, ARD-Hörfunkkorrespondent Tokio

Fast zweieinhalb Jahre sind seit der Atomkatastrophe von Fukushima vergangen. Aber noch immer verseucht hochradioaktives Wasser die Umwelt. Wie der Betreiber Tepco heute einräumen musste, sind rund 300 Tonnen stark strahlendes Wasser aus den Behältern zur Zwischenlagerung ausgetreten. Das Leck sei noch nicht gefunden worden, aber es würde kein Wasser ins Meer fließen, so Tepco auf einer Pressekonferenz.

In den vergangenen Tagen war die Strahlenbelastung von einigen Arbeitern stark angestiegen, als sie sich in der Nähe von kleinen Pfützen aufgehalten hatten. Nähere Untersuchungen ergaben, dass es sich dabei um beta-emittierendes Brackwasser im sehr hohen Strahlungsbereich handelte.

Leck in Fukushima: Japan hebt Atom-Warnstufe deutlich an
tagesschau24 09:30 Uhr, 21.08.2013, Yannick Christmann, ARD aktuell

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"Tepco bekommt die Situation nicht in den Griff"

Anfang des Monats hatte die japanische Regierung erstmals erklärt, dass Tepco die Situation in der havarierten Anlage alleine nicht in den Griff bekommen werde. Das Wirtschaftsministerium war daraufhin beauftragt worden, Geldmittel bereitzuhalten und einen Plan auszuarbeiten. Es soll verhindert werden, dass weiterhin Grundwasser in die Reaktorblöcke mit den geschmolzenen Brennelementen eindringt. Denn dieses Wasser wird dabei radioaktiv verschmutzt und fließt an anderer Stelle ins Meer. Hunderte Tonnen verseuchten Wassers fallen so pro Tag an. Insgesamt sind auf dem Gelände des havarierten AKW Fukushima mittlerweile über 400.000 Tonnen radioaktives Wasser gespeichert.

Radioaktives Leck in Fukushima
P. Kujath, ARD Tokio
20.08.2013 13:11 Uhr

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Man hat begonnen, dieses Wasser in einem aufwändigen Verfahren so gut wie möglich zu reinigen, so dass es zu einem späteren Zeitpunkt ins Meer abgepumpt werden kann. Dagegen haben sich die örtlichen Fischereiverbände bisher aber vehement gewehrt. Allerdings dürfte der Speicherplatz in absehbarer Zeit knapp werden. Der Kühlkreislauf für die Reaktoren mit den geschmolzenen Kernen sowie den gebrauchten Brennelemente läuft zwar stabil, aber es werden noch Jahrzehnte vergehen, ehe die Anlage fachgerecht entsorgt werden kann.

Dieser Beitrag lief am 20. August 2013 um 12:48 Uhr im Deutschlandfunk.

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Peter Kujath, NDR

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