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Rund 3000 Arbeiter sind täglich auf dem Gelände des Unglücks-AKW Fukushima. Sie sollen die Reaktoren unter Kontrolle behalten und die Folgen des Super-GAUs beseitigen - so gut es geht. Erstmals durften nun Journalisten auf das Gelände, ausgerüstet mit Schutzkleidung und Geigerzählern.
Von Peter Kujath, ARD-Hörfunkstudio Tokio
[Bildunterschrift: Mit Bussen wurden die Journalisten über das Gelände gefahren. ]
Erstmals durften japanische Medienvertreter auf das Gelände des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1. In entsprechender Schutzkleidung, mit Atemmaske und Geigerzähler ausgestattet, begleiteten sie den zuständigen Umweltminister Goshi Hosono. Aus einem Bus heraus durften sie die zerstörte Anlage fotografieren und filmen. Die Bilder, die in den Abendnachrichten der japanischen Fernsehstationen gezeigt wurden, entsprechen denen, die Tepco in den vergangenen Monaten veröffentlicht hat. Die anfängliche Forderung des Energiekonzerns, die Aufnahmen zuerst überprüfen zu wollen, hatte Tepco zurückgenommen.
Vor dem Besuch auf der Anlage hatte die Journalistengruppe Gelegenheit, das J-Village genannte Dorf zu besuchen, das als Kontrollpunkt und Basislager für die Arbeiter im havarierten AKW genutzt wird. Früher war die Sportstätte, 20 Kilometer südlich von Fukushima 1, ein Fußball-Trainingslager. "Die Arbeitsbedingungen haben sich wesentlich verbessert. Die Situation ist viel stabiler im Vergleich zu früher. Aber es ist noch ein langer Prozess und ich kann nicht sagen, was noch vor uns liegt", sagt einer der Arbeiter, die auf dem Gelände Schutt und Trümmer beseitigen und dabei helfen, die Umgebung zu dekontaminieren.
Mittlerweile gibt es im J-Village Schlafgelegenheiten für mehr als 1000 Mitarbeiter, ordentliche Duschen und Kantinen. Während der Krisenzeit mussten die Menschen meist auf dem Boden schlafen und es gab keine Möglichkeit, etwas zu kochen.
[Bildunterschrift: Die Anlage wurde im März durch zahlreiche Explosionen schwer beschädigt. ]
Rund 3000 Mitarbeiter von Tepco, Hitachi oder deren Vertragsunternehmen sind täglich auf dem Gelände von Fukushima 1. Vor und nach dem Betreten müssen sie durch eine automatische Schleuse gehen, die ihre äußere radioaktive Belastung misst. Auch diese Einrichtung fehlte zu Beginn der Krise. An einer Stelle werden die gebrauchten Schutzanzüge gelagert, mittlerweile sollen es mehr als 480.000 sein. Da sie radioaktiv belastet sind, können sie nicht einfach verbrannt sondern müssen entsprechend entsorgt werden.
Während ihres kurzen Aufenthalts der hauptsächlich japanischen Journalisten wurde zwischenzeitlich ein Wert von 500 Microsievert pro Stunde gemessen. Einer der wenigen der früheren Arbeiter, die im japanischen Fernsehen auftraten sind, schilderte noch ganz andere Bedingungen: "Ich war als Bauarbeiter tätig und habe Schutt weggeräumt. Die Strahlenbelastung war so hoch, dass wir nur in Schichten von zehn bis 20 Minuten arbeiten konnten. Es war unmöglich, für längere Zeiträume auf der Anlage zu arbeiten."
[Bildunterschrift: Arbeiter werden nach ihrem Einsatz untersucht. ]
Seit einigen Wochen ist die Temperatur in den Reaktoren relativ konstant unter 100 Grad. Die geschmolzenen Brennstäbe scheinen mittlerweile ausreichend gekühlt zu werden, auch wenn jüngst erhöhte Xenon-Werte auf einen kurzzeitigen Anstieg der Kernspaltungsprozesse hingewiesen haben könnten. Die Regierung und der Betreiber Tepco hoffen, bis Ende des Jahres die Anlage endgültig stabilisiert zu haben. Der erste, kurze Besuch der Medien im AKW Fukushima 1 stellte aus ihrer Sicht einen weiteren Schritt in diese Richtung dar.
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