Sicherheitspersonal steht Wache vor der Sperrzone in Okuma (Präfektur Fukushima). | Bildquelle: REUTERS

Drei Jahre nach Fukushima-Katastrophe Rückkehr in die Sperrzone

Stand: 01.04.2014 11:23 Uhr

Erstmals seit der Atomkatastrophe von Fukushima im März 2011 gestattet Japan einigen Bewohnern, in ihre Häuser in der geräumten Sperrzone rund um das explodierte Kernkraftwerk zurückzukehren. Die Erlaubnis betrifft 357 Menschen aus 117 Haushalten aus einem Stadtteil von Tamura, etwa 220 Kilometer nordöstlich von Tokio. In der Gegend sei die Strahlung niedrig genug, so die Begründung der Regierung.

Ob alle der Betroffenen zurückkehren, ist aber unklar. Bislang sind bereits Besuche in die Zone im 20-Kilometer-Umkreis um das Atomkraftwerk erlaubt. 90 Menschen leben dort mit Sondergenehmigungen. Fast die gesamte Zone ist jedoch völlig verlassen. Häuser beginnen bereits zuzuwachsen.

Menschen erhalten Einmalzahlung von 6300 Euro

Die aus der Zone umgesiedelten Menschen erhalten derzeit etwa 100.000 Yen (rund 700 Euro) im Monat. Wer zurückzieht, bekommt eine Einmalzahlung von 900.000 Yen (6300 Euro). Außerdem werden ihnen neue Geschäfte und Schulen in Aussicht gestellt. Die monatlichen Zahlungen sollen binnen eines Jahres für all jene eingestellt werden, deren Wohnort von der Regierung als sicher eingestuft wird.

Provisorische Wohnungen von Menschen, die wegen der Atomkatastrophe ihre Häuser verlassen mussten (Tamura, Präfektur Fukushima). | Bildquelle: REUTERS
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Seit der Atomkatastrophe müssen viele Menschen in provisorischen Wohnungen außerhalb der Sperrzone leben.

Die radioaktive Wolke aus dem havarierten Kraftwerk hatte sich nicht gleichmäßig ausgebreitet. Deshalb gelten auch einige Gegenden außerhalb der 20-Kilometer-Zone als zu gefährlich. Einige Orte rund um das Kraftwerk sind wahrscheinlich noch jahrzehntelang unbewohnbar.

Weiterer AKW-Betreiber will Hilfen beantragen

Unterdessen bemüht sich nach dem Betreiber des Atomkraftwerks Fukushima, Tepco, ein weiterer japanischer Energiekonzern um staatliche Hilfen. Auch Hokkaido Electric Power will eigenen Angaben zufolge entsprechende Unterstützung erhalten. Tepco musste bereits 2012 wegen der Havarie in Fukushima in Folge eines Erdbebens und Tsunamis vom Staat gestützt werden.

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