Perus Ex-Staatschef Fujimori wird im Rollstuhl aus einem Krankenhaus geschoben. | Bildquelle: AFP

Nach Begnadigung Perus Ex-Staatschef Fujimori ist frei

Stand: 05.01.2018 05:12 Uhr

Der wegen Menschenrechtsverbrechen verurteilte peruanische Ex-Staatschef Fujimori ist frei. Nach einer umstrittenen Begnadigung konnte er ein Krankenhaus in Lima als freier Mann verlassen. Fujimoris Begnadigung hatte über die Landesgrenzen hinaus viel Empörung ausgelöst.

Nach seiner überraschenden Begnadigung hat Perus autoritärer Ex-Präsident Alberto Fujimori das Krankenhaus als freier Mann verlassen. Sein Sohn Kenji Fujimori holte den 79-Jährigen Medienberichten zufolge aus der Klinik in der Hauptstadt Lima ab und brachte ihn vermutlich in sein Haus im Viertel La Molina.

Wegen seines schlechten Gesundheitszustands hatte Präsident Pedro Pablo Kuczynski den früheren Machthaber an Weihnachten begnadigt. Fujimori verbrachte die letzten zehn Jahre im Gefängnis.

Gegner: Schwere Menschenrechtsverletzungen

Wegen seiner Mitverantwortung für 25 Morde während seiner Amtszeit zwischen 1990 bis 2000 hätte er eigentlich noch 15 weitere Jahre in Haft bleiben müssen. Fujimori ist in Peru äußerst umstritten. Seine Anhänger stellen seinen entschlossenen Kampf gegen die Guerillaorganisation Leuchtender Pfad heraus.

Seine Gegner werfen ihm schwere Menschenrechtsverletzungen vor. Fuijimoris Begnadigung kam für viele Peruaner überraschend. Kritiker witterten einen schmutzigen Deal zwischen Kuczynski und Fujimoris Sohn Kenji. Der soll als Gegenleistung für die Begnadigung seines Vaters dafür gesorgt haben, dass die Opposition nicht genug Stimmen für eine Amtsenthebung von Kuczynski im Kongress zusammenbekam.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Januar 2018 um 07:00 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: