Marine Le Pen  | Bildquelle: AFP

Frankreich Front-National-Zentrale durchsucht

Stand: 20.02.2017 20:36 Uhr

Französische Ermittler haben die Parteizentrale des rechtsextremen Front National durchsucht. Der Partei und ihrer Chefin Le Pen - Anwärterin auf die französische Präsidentschaft - wird vorgeworfen, Mittel für ihre Tätigkeit im EU-Parlament zweckentfremdet zu haben.

Rund ein Jahr nach einer ersten Durchsuchung haben französische Ermittler erneut die Parteizentrale des rechtsextremen Front National (FN) durchsucht. Die Vorsitzende der Partei, Marine Le Pen, und weitere EU-Abgeordnete sollen parlamentarische Mitarbeiter für andere Aufgaben eingesetzt haben, als von den Statuten des Straßburger Parlaments vorgesehen.

Le Pen wird vorgeworfen, aus EU-Geldern ihren Leibwächter und eine Assistentin bezahlt zu haben, die in Wirklichkeit für den FN in Frankreich arbeitete. Das EU-Parlament fordert deswegen knapp 340.000 Euro von der FN-Chefin zurück. Weil Le Pen sich weigert, das Geld zurückzuzahlen, halbiert das Europaparlament ab März die Abgeordnetendiäten und Pauschalen der Politikerin.

Der Front National sprach in einer ersten Reaktion von einem Versuch, Le Pen im Präsidentschaftswahlkampf zu schaden. Sie könnte Umfragen zufolge die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl am 23. April gewinnen. Bei der entscheidenden Stichwahl zwei Wochen später gilt sie aber als so gut wie chancenlos.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk in den Nachrichten am 21. Februar 2017 um 15:00 Uhr

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