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Gewaltsame Proteste an der deutschen Botschaft in Karthum

Krawalle wegen islamfeindlichen Films

Deutsche Botschaft in Sudan gestürmt

In Sudan haben Demonstranten die deutsche Botschaft gestürmt. Die Menge in der Hauptstadt Khartum riss das Emblem der deutschen Vertretung und die deutsche Fahne nieder. Stattdessen hissten sie nach Augenzeugenberichten eine schwarze Fahne. Zudem wurden die Fensterscheiben zerstört und Feuer gelegt. Die Polizei soll Tränengas gegen die Demonstranten eingesetzt haben.

Islamistische Gruppen hatten nach dem Freitagsgebet zu den Protesten aufgerufen. Sie forderten die Ausweisung des amerikanischen und des deutschen Botschafters. Nach einem Bericht der Zeitung "Sudan Tribune" hatte die sudanesische Regierung den islamkritischen Schmäh-Film "Innocence of Muslims" zuvor scharf verurteilt.

Die Mitarbeiter der deutschen Botschaft befinden sich in Sicherheit, wie Bundesaußenminister Guido Westerwelle mitteilte. Die Sicherheitsvorkehrungen vieler Auslandsvertretungen waren bereits vorher verstärkt worden. Westerwelle verurteilte die Angriffe auf die deutsche Botschaft "auf das Schärfste". Von der sudanesischen Regierung verlangte er die "sofortige Wiederherstellung der Integrität und die Sicherheit des Botschaftsgeländes".

Er könne die Empörung in der islamischen Welt verstehen und verurteile das "schändliche, unerträgliche Video, das die Gefühle von Millionen Gläubiger" verletze. Nichtsdestotrotz sei das Video keine Rechtfertigung für Gewalt, für die "Gefährdung von Leib und Leben" oder die Erstürmung einer Botschaft, sagte Westerwelle und fügte hinzu: "Diese Gewalt muss enden."

Bundeskanzlerin Merkel verurteilte die Gewalt und rief zur Besonnenheit auf: "Gewalt darf nie Mittel der politischen Auseinandersetzung sein", mahnte sie - religiöser Fanatismus dürfe nicht die Oberhand gewinnen. Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso verurteilte den Angriff. Er sei "nicht zu rechtfertigen".

Wut empörter Gläubiger im Sudan richtet sich auch gegen deutsche Botschaft
nachtmagazin 00:55 Uhr, 15.09.2012, Esther Saoub, SWR

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Sicherheitshinweis für Sudan aktualisiert

Das Auswärtige Amt aktualisierte seine Reise- und Sicherheitshinweise für Sudan. Für Sonntag seien weitere Demonstrationen vor der Deutschen Botschaft in Khartum angekündigt - es werde daher empfohlen, die Umgebung zu meiden. Reisende sollten sich außerdem grundsätzlich "von Demonstrationen und größeren Menschenansammlungen fernhalten", heißt es auf der Internetseite des Ministeriums.

Aus Sorge vor Übergriffen wurden in mehreren islamischen Ländern die Sicherheitsvorkehrungen rund um die deutschen Auslandsvertretungen verschärft. An Freitagen sind dort die Botschaften aber in der Regel ohnehin geschlossen. Auch die deutsche Botschaft in Khartum hatte Ruhetag. Von den 22 Mitarbeitern war zum Zeitpunkt der Angriffe niemand im Gebäude.

In deutschen Moscheen blieb es rund um die Freitagsgebete ruhig. In vielen Städten riefen Imame die Gläubigen zu Besonnenheit auf.

Demonstranten stürmen deutsche Botschaft
U. Leidtholdt, ARD Amman
14.09.2012 19:26 Uhr

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Stand: 14.09.2012 18:34 Uhr

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