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Frankreichs Präsident Hollande

Absolute Mehrheit für Frankreichs Sozialisten

Gedämpfte Stimmung nach Hollandes historischem Sieg

Die Sozialisten von Frankreichs Präsident Hollande haben einen historischen Sieg eingefahren: Bei der Parlamentswahl erreichten sie die absolute Mehrheit. Hollande ist nun so mächtig wie kaum ein französischer Staatschef vor ihm. Doch die Eurokrise dämpft die Stimmung der Sieger.

Von Anne Christine Heckmann, SR-Hörfunkstudio Paris

Kein Jubel, kein Siegestaumel: Die Sozialisten nahmen ihren historischen Wahlsieg recht nüchtern auf. Kein Wunder: Die Verantwortung für Frankreich liegt jetzt ganz in ihrer Hand. Die Sozialisten haben die Mehrheit in beiden Parlamentskammern - und zudem in den meisten französischen Regionen.

Damit hat Präsident François Hollande so viel Macht wie noch kein Präsident zuvor in der Fünften Republik. "Hollande, Premier Jean-Marc Ayrault und die Regierung haben eine starke Unterstützung erfahren", sagt Finanzminister Pierre Moscovici und fügt hinzu: "Wir können den Wandel für Frankreich jetzt einleiten und Europa neu ausrichten."

Die Zusagen in Sachen Haushaltskonsolidierung werde die Regierung einhalten, "aber das wollen wir ohne rigide Sparpolitik."

Absolute Mehrheit für Sozialisten von Präsident Hollande bei Parlamentswahl in Frankreich
tagesschau 20:00 Uhr, 18.06.2012, Ellis Fröder, ARD Paris

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Absolute Mehrheit birgt auch Gefahren

Hollande will Wachstum - zur Not auch auf Pump. Für die europäische Wirtschaft fordert er eine Wachstumsspritze von rund 120 Milliarden Euro, finanziert über den europäischen Strukturfonds und die umstrittene Finanztransaktionssteuer.

Für den Politikexperten Michael Darmon birgt Hollandes Macht auch Gefahren: "Er trägt jetzt die gesamte Verantwortung: Er muss das Haushaltsdefizit verringern - in diesen schwierigen Zeiten. Und diese Herausforderung beginnt jetzt." Für Hollande bedeute dies, einen harten Sparkurs zu fahren - außer der Euro "explodiere" doch noch.

Frankreichs Sozialisten schaffen historischen Wahlsieg
A. C. Heckmann, SR Paris
18.06.2012 01:41 Uhr

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Sarkozys Partei als Korrektiv

Die Rolle des Korrektivs in der Nationalversammlung will die konservative UMP übernehmen. Sie ist stärkste Oppositionskraft, musste allerdings schwere Einbußen hinnehmen. Die Partei von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy gibt rund ein Drittel ihrer Sitze ab.

Sie müsse sich nach den Wahlniederlagen wieder aufraffen, sagt UMP-Chef Jean-François Copé: "Wir haben verloren und können nicht so tun, als wäre nichts passiert. Wir müssen uns neu formieren. Aber zunächst haben wir eine außerordentliche parlamentarische Sitzungsperiode im Sommer, bei der wir konstruktiv mitarbeiten, aber auch sehr genau hinschauen werden."

Frankreichs Sozialisten freuen sich über ihren Wahlerfolg.
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Frankreichs Sozialisten freuen sich über ihren Wahlerfolg.

Rechtsextreme schaffen Einzug ins Parlament

Auch der Front National (FN) kann sich seit langem wieder in der Nationalversammlung zu Wort melden. Drei Sitze gewannen die Rechtsextremen - auch wenn FN-Chefin Marine Le Pen in ihrem Wahlkreis knapp gescheitert ist. Sie verlangte noch am Wahlabend eine Neuauszählung der Stimmen.

Dafür hat ihre Nichte, Marion Maréchal-Le Pen, ihren Sitz sicher. Die 22-jährige Jura-Studentin wird Frankreichs jüngste Abgeordnete: "Ich bin glücklich, die Sprecherin der französischen Jugend zu sein. Die Franzosen wollen diese kalte Welt nicht, wo alles nur darauf ausgelegt ist, das Volk zu trennen. Die einen sprechen nur die Privilegierten an, die anderen die Schmarotzer und andere wiederum interessieren sich nur für die Minderheiten."

Die Nationalversammlung wird also bunter. In Zukunft werden auch die Grünen mit mehr als 15 Sitzen eine eigene Fraktion bilden können. Die dominierende Farbe ist aber rosa-rot. Die absolute Mehrheit für die Sozialisten wird Hollande helfen - eine Garantie für eine gelungene Amtszeit ist sie aber nicht.

Stand: 18.06.2012 02:25 Uhr

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