Frankreichs konservative Präsidenschaftsbewerber vor einer TV-Debatte | Bildquelle: AFP

Frankreichs konservative Präsidentschaftsbewerber Beinahe keiner mit blütenweißer Weste

Stand: 20.11.2016 01:50 Uhr

Ende April wird in Frankreich der Präsident gewählt. Schon jetzt konnten alle Franzosen aber eine Vorentscheidung treffen - nämlich wer für die Republikaner ins Rennen gehen soll. Von den sieben Anwärtern hat aber kaum einer eine blütenweiße Weste.

Von Nicola Krippl, ARD-Studio Paris

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte bestimmen Frankreichs Konservative an diesem und dem kommenden Sonntag mit einer Vorwahl ihren Präsidentschaftskandidaten. Mit ihren bereits bekannten Positionen versuchen sich die Kandidaten voneinander abzugrenzen. Gleichzeitig sind sie aber auch auf Stimmenfang bei der Wählerschaft des rechtsextremen Front National sowie bei der schwächelnden sozialistischen Partei des aktuellen Präsidenten François Hollande.

Wenn man den Umfragen vor der Wahl Glauben schenkt, wird diese ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Nicolas Sarkozy und Alain Juppé. Aber auch ihr Rivale François Fillon holte in den vergangen Tagen auf. Pikant ist, dass beinahe keiner der Anwärter und Anwärterinnen mit blütenweißer Weste aufwarten kann.

Die Vorwahl bei den Republikanern

Die Vorwahl bei den Republikanern - früher als UMP bekannt - gilt als eine Art vorgezogene Präsidentschaftswahl. Gewählt wird zwar zunächst nur der konservative Kandidat. Der aber hat gute Aussichten, 2017 die Präsidentschaftswahl zu gewinnen, die am 23. April stattfindet.

Bei der Abstimmung der Republikaner kann jeder wahlberechtigte Franzose mitentscheiden - also nicht nur die Parteimitglieder. Es wird erwartet, dass auch Linkswähler an der Vorwahl der Konservativen teilnehmen - und dort für einen der eher gemäßigten Kandidaten stimmen.

Gewählt wird in zwei Runden: Die beiden Kandidaten, die an diesem Sonntag die meisten Stimmen bekommen, treten eine Woche später in einer Stichwahl gegeneinander an. An der Vorwahl teilnehmen darf jeder wahlberechtigte Franzose, eine Parteimitgliedschaft ist nicht notwendig. Wähler müssen lediglich eine Erklärung unterschreiben, wonach sie "die republikanischen Werte der Rechten und des Zentrums" teilen. Wer sich an der Abstimmung beteiligen möchte, muss zwei Euro Gebühr bezahlen.

2/7
Nicolas Sarkozy
 

Alain Juppé

François Fillon
 
3/7
Alain Juppé
 

François Fillon

Bruno Le Maire
 
4/7
François Fillon
 

Bruno Le Maire

Jean-François Copé
 
5/7
Bruno Le Maire
 

Jean-François Copé

Nathalie Kosciusko-Morizet
 
6/7
Jean-François Copé
 

Nathalie Kosciusko-Morizet

Jean-Frédéric Poisson
 
7/7
Nathalie Kosciusko-Morizet
 

Jean-Frédéric Poisson

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. November 2016 um 18:40 Uhr

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