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Jahrestag der deutsch-französischen Versöhnung
Feier nach 50 Jahren Freundschaft
Es ist ihr erstes Treffen nach dem Streit um die Schuldenkrise Ende Juni. In Reims feiern Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Hollande den 50. Jahrestag der deutsch-französischen Versöhnung. Ein perfekter Rahmen um ihre Differenzen zu vergessen.
Von Anne Christine Heckmann, SR-Hörfunkstudio Paris
Einen symbolträchtigen Ort haben die Kanzlerin und der französische Präsident gewählt, um an die Besiegelung der deutsch-französischen Freundschaft zu erinnern.
In der Kathedrale von Reims standen schon Konrad Adenauer und Charles de Gaulle Seite an Seite - das war vor genau 50 Jahren: "In der Kathedrale von Reims, unter diesem prachtvollem Gewölbe, wurden durch zwei Männer, zwei Völker wieder vereint", hieß es damals im französischen Fernsehen. Wie Adenauer und De Gaulle werden auch Merkel und Hollande an einem Gottesdienst teilnehmen. Sie wollen an die deutsch-französische Aussöhnung erinnern, an den Grundstein, den ihre Vorgänger gelegt haben.
Jahresrückblick 1962 - Deutsch-französische Freundschaft erneuert
25.10.2010
Ein Wochenende Freundschaft
Die nordfranzösische Stadt ist eng mit der Geschichte der beiden Länder verbunden: "Die Stadt Reims ist stark geprägt von den Kriegen. Im ersten Weltkrieg wurde die Stadt zu fast 80 Prozent zerstört. Am 7. Mai 1945 unterzeichnete die Wehrmacht hier die bedingungslose Kapitulation", erklärt die Bürgermeisterin von Nantes, Adeline Hazan. "Und dann kam eben dieses schöne und vereinigende Ereignis der deutsch-französischen Aussöhnung."
Die Stadt in der Champagne steht das ganze Wochenende im Zeichen von "bleu-blanc-rouge" und "schwarz-rot-gold". Der Geburtstag wird unter anderem mit Konzerten und einer großen Dokumentarfilm-Vorführung in der Kathedrale gefeiert.
Merkel und Hollande in Reims
A. C. Heckmann, SR Paris
07.07.2012 23:53 Uhr
Kanzlerin Merkel und Präsident Hollande werden eine Sonderausstellung der De-Gaulle-Stiftung einweihen, die dann auch nach Deutschland auf Reise geht: "Natürlich geht es in der Ausstellung um De Gaulle und Adenauer und die historischen Ereignisse der Jahre 1962 und 1963", so Marc Fosseux von der De Gaulle-Stiftung. "Aber wir stellen anhand der deutsch-französischen Paare auch die politische Zusammenarbeit der letzten 50 Jahre dar."
Merkel und Hollande harmonieren noch nicht
Das Paar Merkel - Hollande hat sich noch nicht so recht gefunden. Konfliktreich und ganz und gar nicht harmonisch lief es bisher. Auch wenn die beiden Pragmatiker in der Eurokrise zuletzt Kompromisse erzielt haben: Merkel sagte ja zum Wachstumspakt, Hollande zum Fiskalpakt.
"Die deutsch-französische Beziehung ist extrem wertvoll für Frankreich. Und der Präsident hat bereits mehrmals seinen Wunsch einer Vertiefung dieser Beziehung geäußert", lobt Europaminister Bernard Cazeneuve die gute deutsch-französische Zusammenarbeit.
Elysee-Vertrag als Thema?
Ähnlich emotional wie vor 50 Jahren dürfte das Treffen zwischen der Kanzlerin und dem Präsidenten trotzdem nicht ausfallen. Auch wenn alles dafür getan wird, den Geist von damals auch kulinarisch wieder zu erwecken. So bekommen Merkel und Hollande von einem Sternekoch das gleiche Menü serviert wie damals ihre Vorgänger.
Es geht viel um Symbolik in Reims. Deshalb könnte auch die Überarbeitung des Elysee-Vertrags Thema werden. Er bildet die Grundlage für die deutsch-französische Aussöhnung. Berlin und Paris planen, ihm jetzt eine Frischekur zu verpassen.
Stand: 08.07.2012 11:19 Uhr
