"Le Monde": Französischer Geheimdienst späht Daten aus

Auslandsgeheimdienst überwacht Kommunikation

Auch Frankreich späht seine Bürger aus

Datenkabel (Bildquelle: picture alliance / dpa)
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Der Auslandgeheimdienst DGSE soll jahrelang Verbindungsdaten französischer Bürger gespeichert haben.

Auch in Frankreich gibt es nach Informationen der Tageszeitung "Le Monde" ein riesiges Geheimdienstprogramm zur Überwachung der elektronischen Kommunikation. Der Auslandsgeheimdienst DGSE erfasse die Verbindungen von Computern und Telefonen innerhalb Frankreichs und ins Ausland. E-Mails, Kurznachrichten, Telefonverbindungen, Zugriffe auf Facebook und Twitter würden demnach jahrelang gespeichert.

Behörden haben freien Zugriff auf die Daten

Erfasst würden nicht Inhalte der Telefongespräche, sondern wer mit wem geredet habe. Andere Nachrichtendienste - darunter die für Zollangelegenheiten und den Kampf gegen Geldwäsche zuständigen Behörden - hätten freien Zugriff auf diese Daten. Selbst Informationen zu Twitter- und Facebook-Nachrichten würden jahrelang illegal aufbewahrt und bei Bedarf ausgewertet. Inhalte von Nachrichten oder Gespräche würden aber nicht aufgezeichnet. Das Programm sei illegal. Zu dem "Le Monde"-Bericht gab die Regierung zunächst keine Stellungnahme ab.

In der US-Spionage-Affäre hatte sich Frankreich zuletzt noch empört geäußert. "Wir fordern, dass das sofort aufhört", sagte Präsident François Hollande und sprach sich sogar für einen Aufschub der Verhandlungen über das geplante transatlantische Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA aus.

Über dieses Thema bereichtete die tagesschau am 04. Juli 2013 um 20:00 Uhr.

Stand: 04.07.2013 20:55 Uhr

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