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Studie zu Kosten eines Atomunfalls
Frankreichs Rechenspiele für einen GAU
Was würde ein Atomunfall wie der in Japan für Frankreich bedeuten? Wissenschaftler haben versucht, den GAU zu berechnen. 430 Milliarden Euro würden gebraucht, um die Wirtschaft wieder aufzubauen und die Natur zu dekontaminieren. Und auch die Nachbarländer wären betroffen.
Von Evi Seibert, ARD-Hörfunkstudio Paris
Hunderttausend Menschen auf der Flucht, verstrahlte Regionen, vernichtete Ernten, massive Stromausfälle: Das wären die direkten Konsequenzen eines Atom-GAU in Frankreich. Die Studie, die untersuchen sollte, wie sich ein Unfall wie der in Fukushima auf das Land auswirken würde, hat auch die Kosten berechnet: 430 Milliarden Euro.
Für Frankreich hätte ein solcher GAU große Folgen für wichtige Wirtschaftszweige. Der Tourismus würde in sich zusammenbrechen, und auch der französische Wein wäre unverkäuflich. Allein dafür würden sich die Kosten auf 160 Milliarden Euro belaufen. Der Kampf gegen die Verstrahlung der Umwelt wird auf 110 Milliarden geschätzt.
Doppelt so viele Kosten wie in Fukushima
Insgesamt wäre ein solcher Unfall in Frankreich doppelt so teuer wie die Kosten für Fukushima. Die französischen Forscher erklären das damit, dass in Japan das Wetter Schlimmeres verhindert habe und die radioaktiven Partikel aufs offene Meer geweht habe - außerdem spiele der Tourismus in Japan keine so große Rolle wie in Frankreich. Da Frankreich einige grenznahe Atomkraftwerke hat, wären von einem solchen Unfall natürlich auch die jeweiligen Nachbarländer betroffen. Im Fall von Fessenheim oder Cattenom wäre das Deutschland.
Atomgau würde Frankreich 430 Milliarden kosten
E. Seibert, ARD Paris
07.02.2013 12:49 Uhr
Das Institut für Strahlenschutz, das diese Studie jetzt vorgestellt hat, warnte aber vor Panik. Solche Szenarien müssten immer wieder durchgespielt werden, damit Entscheidungsträger Präventivmaßnahmen abschätzen könnten.
Frankreichs langsame Energiewende
Frankreich will langfristig den Anteil von Atomstrom reduzieren. Zurzeit stammen 75 Prozent des Stroms aus Atomkraftwerken. Bis zum Jahr 2025 sollen es nur noch 50 Prozent sein. Spätestens Ende 2016 soll außerdem das älteste französische Kraftwerk Fessenheim an der deutschen Grenze stillgelegt sein.
Stand: 07.02.2013 12:28 Uhr
