Francois Fillon, konservativer Präsdidentschaftskandidat | Bildquelle: AFP

Frankreich vor der Wahl Fillon wirft Hollande Verschwörung vor

Stand: 23.03.2017 23:27 Uhr

Der Präsidentschaftskandidat Fillon hat den französischen Präsidenten attackiert, um die gegen ihn erhobenen Scheinbeschäftigungsvorwürfe zu entkräften. Sein Vorwurf: Hollande sei in eine Verschwörung verstrickt, damit Medien Informationen über Fillons Finanzangelegenheiten erhalten.

Der schwer angeschlagene Kandidat der französischen Konservativen, François Fillon, gibt sich im Kampf um das Amt des Staatsoberhauptes nicht geschlagen. Nun erhob er in einem Fernsehinterview schwerwiegende Anschuldigungen gegen den noch amtierenden Präsidenten François Hollande.

Hollande sei in eine Verschwörung verstrickt, die darauf abziele ihn zu schwächen, behauptete Fillon. Der Vorwurf: Der Präsident habe zugestimmt, dass Medien Informationen und Dokumente zugespielt werden sollen, die Auskunft über Fillons Finanzangelegenheiten geben. "Es gibt heutzutage Zeitungen, die 48 Stunden nach der Durchsuchung beispielsweise meines Büros in der Nationalversammlung beschlagnahmte Unterlagen zugespielt bekommen", sagte Fillon und fragte weiter: "Wer gibt ihnen diese Dokumente? Die Regierung."

Hollande weist Vorwürfe zurück

Erst vor zwei Tagen waren die Ermittlungen gegen den konservativen Politiker ausgeweitet worden. Neben dem Verdacht der Scheinbeschäftigung wird nun auch der Vorwurf des schweren Betruges und der Fälschung untersucht. Fillon soll seine Ehefrau Penelope jahrelang nur zum Schein beschäftigt und dafür Hunderttausende Euro Steuergelder kassiert haben. Auch seine beiden Kinder sollen für den Vater gearbeitet haben. Um die Bezahlung für seine Partnerin zu rechtfertigen, steht das Ehepaar unter dem Verdacht, falsche Dokumente ausgestellt zu haben.

Präsident Hollande wies die Anschuldigung bereits mit "größter Vehemenz" zurück. Die Franzosen sind in rund einem Monat aufgerufen, im ersten Wahlgang über ein neues Staatsoberhaupt abzustimmen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. März 2017 um 03:00 und 04:00 Uhr in den Nachrichten.

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