Präsident Emmanuel Macron  | Bildquelle: AFP

Parlamentswahl in Frankreich Macron auf dem Durchmarsch

Stand: 11.06.2017 21:57 Uhr

Frankreichs Präsident Macron hat die erste Runde der Parlamentswahl gewonnen und steuert auf eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung zu. Seine noch junge Partei erhielt laut Hochrechnungen mehr als 32 Prozent der Stimmen.

Das Lager des neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat die erste Runde der Parlamentswahl klar gewonnen. Nach Hochrechnungen lagen seine Partei "La République en Marche" und ihre Verbündeten im ersten Wahlgang mit mehr als 32 Prozent der Stimmen weit vorn. Damit haben sie gute Chancen, im zweiten Wahlgang die absolute Mehrheit zu erreichen.

Damit bekäme der sozialliberale Staatschef klaren Rückhalt für sein Reformprogramm. Macron hat seine erst vor gut einem Jahr gegründete Partei "weder rechts noch links" positioniert und eine Regierung mit Politikern aus mehreren Lagern ernannt.

Parlamentswahl in Frankreich
tagesthemen 23:15 Uhr, 11.06.2017, Ellis Fröder, ARD Paris

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Historisch niedrige Wahlbeteiligung

Ein Dämpfer ist allerdings die historisch schwache Wahlbeteiligung: Laut Hochrechnungen ging nur jeder zweite Wahlberechtigte zur Abstimmung.

Mit der Wahl steht das französische Parteiensystem vor dem Umbruch: Die ehemals regierenden Sozialisten erleiden erdrutschartige Verluste und kommen in der ersten Runde nur noch auf rund neun Prozent der Stimmen. Parteichef Jean-Christophe Cambadélis sprach von "beispiellosen Verlusten der gesamten Linken, und insbesondere der Sozialistischen Partei". Zugleich warnte er vor dem Fehlen einer Opposition im Parlament.

Die Bewegung "France Insoumise" des Linkspolitikers Jean-Luc Mélenchon erzielte mehr Stimmen als die Sozialisten und kam auf elf Prozent.

Parteiensystem im Umbruch

Auch das bürgerliche Lager wird mit rund 21 Prozent abgestraft. Die Konservativen müssen ihre Hoffnung begraben, gegen das Macron-Lager den neuen Premierminister zu stellen.

Einen herben Rückschlag erlitt auch die Rechtspopulistin Marine Le Pen. Ihre Partei, der Front National, kam auf maximal 14 Prozent und dürfte höchstens zehn Mandate bekommen. Ein erstaunlicher Wandel, wenn man bedenkt, dass Le Pen in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen vor gut einem Monat noch mehr als 10 Millionen Wählerstimmen für sich verbuchen konnte. Damals rechnete der Front National noch mit mindestens 40 Mandaten im neuen Parlament, manche sprachen gar von 60 oder mehr.

In den meisten der 577 Wahlkreise dürfte die Entscheidung erst in Stichwahlen am kommenden Sonntag fallen. Um bereits im ersten Wahlgang gewählt zu werden, braucht ein Kandidat eine absolute Mehrheit in seinem Wahlkreis.

Wahl der französischen Nationalversammlung
tageschau 20:00 Uhr, 11.06.2017, Ellis Fröder, ARD Paris

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Juni 2017 um 20:00 Uhr.

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