Französische Präsidentenkandidaten bei der zweiten TV-Debatte | Bildquelle: REUTERS

Französische TV-Debatte Frexit? Oui! Non!

Stand: 05.04.2017 01:51 Uhr

Die Präsidentenwahl in Frankreich ist auch eine Abstimmung über Europa. Bei der TV-Debatte lieferten sich die elf Kandidaten dann auch einen heftigen Schlagabtausch über ihr Lieblingsthema: den weiteren Verbleib Frankreichs in der EU - oder den Frexit.

Es war vor allem ein Thema, das die zweite TV-Debatte des französischen Präsidentschaftswahlkampfs prägte: Die Beziehung Frankreichs zur EU. Neben der Rechtspopulistin Marine Le Pen griffen mehrere französische Präsidentschaftskandidaten von links und rechts die EU-Mitgliedschaft ihres Landes an. "Man muss die europäischen Verträge verlassen", sagte etwa der aufsteigende Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon.

Die als eine mögliche Siegerin der ersten Wahlrunde gehandelte Le Pen will ihre Landsleute über den Austritt aus der EU abstimmen lassen. Sie sprach sich für einen "intelligenten Protektionismus" aus, um die wirtschaftlichen Interessen Frankreichs zu verteidigen: "Die Freihandelsabkommen werden uns töten", sagte die Chefin des rechtsextremen Front National (FN). EU-Feinde sind auch Kandidaten ohne Siegeschancen wie Nicolas Dupont-Aignan, François Asselineau oder Jacques Cheminade.

Der als Favorit gehandelte Sozialliberale Emmanuel Macron und der Konservative François Fillon verteidigten dagegen Frankreichs Platz in der Europäischen Union. "Wir brauchen Europa, um uns zu beschützen", sagte Fillon. Die EU müsse sich aber auf bestimmte strategische Ziele konzentrieren.

Mathias Werth, ARD Paris, über die TV-Debatte
tagesschau24 11:00 Uhr, 05.04.2017

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"Madame Le Pen, Sie lügen"

Macron, der einen proeuropäischen Kurs fährt, bezichtigte Le Pen, Lügen zu verbreiten: "Nationalismus ist Krieg. Ich weiß es. Ich komme aus einer Region, die voll ist mit Kriegsgräbern", sagte Macron. Er stammt aus der Region Somme. Dort tobte 1916 die blutigste Schlacht des Ersten Weltkriegs. "Es tut mir leid, Ihnen mitteilen zu müssen, Madame Le Pen, aber Sie sprechen dieselben Lügen aus, die wir von Ihrem Vater 40 Jahre lang gehört haben", so Macron weiter.

Le Pen hat versprochen, den Euro in Frankreich abzuschaffen und eine Volksabstimmung über die EU-Mitgliedschaft anzusetzen. Macron diente unter dem aktuellen Präsidenten Francois Hollande von den Sozialisten als Wirtschaftsminister.

Le Pen und Fillon sind sich keiner Schuld bewusst

Zur Sprache kamen auch die Korruptionsvorwürfe gegen Le Pen und Fillon. Beide wiesen jeweils ein Fehlverhalten zurück. Le Pen erklärte, politisch verfolgt zu werden. Fillon sagte, für ihn gelte die Unschuldsvermutung. "Ich habe keine Fehler eingeräumt. (...) Ich bin noch hier und keiner wird mich einschüchtern. Die Franzosen sollen ihr Urteil in etwas weniger als drei Wochen fällen." Le Pen ist gemeinsam mit ihrer Partei in eine Reihe von Korruptionsvorwürfen verwickelt. Gegen Fillon laufen Ermittlungen, weil er seine Frau und zwei Kinder scheinbeschäftigt haben soll.

Die fast vierstündige TV-Debatte fand mit allen elf Kandidaten der französischen Präsidentschaftswahl statt, auch wenn einige nur sehr geringe Chancen haben. Le Pen und Macron haben laut Umfragen die besten Aussichten, nach dem ersten Wahlgang am 23. April in die Stichwahl am 7. Mai einzuziehen. Dieses direkte Duell dürfte demnach dann Macron klar für sich entscheiden.

Zweite TV-Debatte in Frankreich: Die Favoriten als Zielscheibe
Kerstin Gallmeyer, ARD Paris
05.04.2017 05:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. April 2017 um 04:59 Uhr.

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