Die französischen Sozialisten bei ihrer Vorwahl | Bildquelle: dpa

Vorwahl in Frankreich Hamon und Valls setzen sich durch

Stand: 23.01.2017 03:12 Uhr

Nach den Konservativen haben auch die Sozialisten in Frankreich ihre Vorwahlen abgehalten. Dabei blieben mit Benoît Hamon ein Vertreter des linken Flügels und mit Ex-Premier Manuel Valls ein Realo über. Sie treten nun in einer Stichwahl gegeneinander an.

Von Barbara Kostolnik, ARD-Studio Paris

In Frankreich kommt es nach der ersten Runde der Vorwahlen bei den Sozialisten zum Duell sehr linker Ideen gegen sozialdemokratische Reform-Bemühungen. Oder, wie es der Sieger, Benoît Hamon, ausdrückte: "Sein Gesellschafts-Projekt gegen mein Gesellschafts-Projekt."

Das des linken Hamon, der mit seinem bedingungslosen Grundeinkommen vor allem junge Wähler anspricht, gegen das Projekt des regierungsgeprüften Manuel Valls. Der fuhr am Wahlabend schon mal die Krallen aus: "Ich bin glücklich, dass ich in der zweiten Runde auf Benoît treffe. Denn es fängt ein neuer Wahlkampf an, und es steht eine richtungsweisende Wahl an: die Wahl zwischen der sicheren Niederlage und einem möglichen Sieg unserer Partei bei den Präsidentschaftswahlen."

Hamon, so die Botschaft von Valls, könne zwar mit seinen unbezahlbaren Utopien das Herz linker Wähler wärmen. Im kommenden Präsidentschaftswahlkampf gegen den konservativen François Fillon und die rechtsextreme Marine Le Pen aber helfe nur Realpolitik. Und er, Valls, habe zu Genüge gezeigt, dass er das könne. "Ich bin ein Kämpfer, ich liebe die Debatten und die klare Ansage, und ich werde bis zum Ende kämpfen."

Präsidentschaftswahlen Frankreich: Sozialisten stimmen über Kandidaten ab
tagesthemen 22:45 Uhr, 22.01.2017, Mathias Werth, ARD Paris

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Montebourg unterstützt Hamon

Trotz aller kämpferischen Einstellung aber dürfte es schwer werden für Valls, die Stichwahl am kommenden Wochenende zu gewinnen. Denn Arnaud Montebourg, der Drittplatzierte, der mit knapp 18 Prozent aus dem Rennen ausschied, erklärte noch am Wahlabend: "Nächsten Sonntag werde ich für Benoît Hamon stimmen, und ich lade euch ein, es mir nachzutun."

Das Momentum liegt derzeit eher bei Hamon denn bei Valls. In den Umfragen lag der ehemalige Bildungsminister im Valls-Kabinett lange Zeit an dritter Stelle. Nun führt er und mit der Unterstützung Montebourgs könnte es tatsächlich reichen - für den Neuanfang, wie er ihn verspricht: "Wir müssen die alten Zöpfe abschneiden, mit den alten Ideen aufhören, die nicht mehr funktionieren: Wir brauchen unbedingt und an vorderster Stelle ein neues grünes Entwicklungs-Modell, auch in der Wirtschaft, damit unsere Kinder nicht in einer Zukunft aufwachsen, die nicht mehr lebenswert ist."

Schlechte Karten für Sozialisten

Doch sowohl Hamon als auch Valls haben noch einen langen Weg vor sich: Nach heutigem Stand käme der Sieger der sozialistischen Vorwahlen bei den Präsidentschaftswahlen nur auf Platz fünf, weit abgeschlagen hinter dem konservativen Fillon, der rechten Marine Le Pen und zwei weiteren Kandidaten: dem extrem-linken Jean-Luc Mélenchon sowie Shooting-Star Emmanuel Macron mit seiner En-Marche-Bewegung.

Von diesen Umfragen will sich Manuel Valls nicht beirren lassen: er ist der Meinung: alles ist möglich, auch am kommenden Sonntag. Den amtierenden Präsidenten François Hollande haben die Vorwahlen seiner Sozialisten im übrigen kalt gelassen. Er hat den Wahlabend in Chile verbracht in der menschenleeren Acatama-Wüste. Von dort ließ er ausrichten, er habe die Wahl im Blick. Abgestimmt hat er nicht.

Über dieses Thema berichten die tagesthemen am 22. Januar 2017 um 22:45 Uhr.

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