Französische Polizisten am Mittwoch vor einem Gebäude in Villejuif bei Paris | Bildquelle: AP

Terrorverdacht in Frankreich Dritte Person festgenommen

Stand: 07.09.2017 11:56 Uhr

Nach dem Fund von Sprengstoff-Bestandteilen in einer Wohnung im Süden von Paris hat es eine weitere Festnahme gegeben. Der Mann bestreitet, eine terroristische Tat vorbereitet zu haben. Französische Anti-Terror-Spezialisten ermitteln.

Die französische Polizei hat einen dritten mutmaßlichen Terroristen festgenommen. Nach dem Fund von TATP-Sprengstoff in einer Wohnung im Pariser Vorort Villejuif wird der Mann verdächtigt, eine terroristische Tat vorbereitet zu haben und an der Herstellung explosiver Stoffe beteiligt gewesen zu sein.

Die Ermittler hatten bereits am Mittwoch zwei Verdächtige in Gewahrsam genommen. Der Sprengstoff TATP ist sehr gefährlich und wurde beispielsweise bei den islamistischen Anschlägen von Paris im November 2015 benutzt.

Verbindung zu Anschlägen in Katalonien?

Die Tatverdächtigen sagten aus, mit dem Sprengstoff einen Banküberfall geplant zu haben, so Innenminister Gérard Collomb in einem Interview mit dem Radionachrichtensender France Info. Alles würde aber auf einen terroristischen Hintergrund hindeuten. Verbindungen zu den Anschlägen vor drei Wochen in Katalonien wollte Collomb nicht ausschließen.

Frankreich wird seit gut zweieinhalb Jahren von terroristischen Anschlägen erschüttert. Fast 240 Menschen starben. Erst im April waren bei einer Wohnungsdurchsuchung in Marseille etwa drei Kilo TATP-Sprengstoff gefunden worden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. September 2017 um 12:45 Uhr.

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