Macron | Bildquelle: dpa

Machtprobe in Frankreich Gewerkschaften gegen Macron

Stand: 02.04.2018 13:57 Uhr

In Frankreich spitzt sich der Machtkampf zwischen Präsident Macron und den Gewerkschaften zu. Eisenbahner, Piloten und Mitarbeiter der Müllabfuhr wollen gegen die angekündigten Reformen streiken.

Für den französischen Präsidenten Emmanuel Macron könnte es das härteste innenpolitische Armdrücken seit seinem Amtsantritt werden. Mit einer Streikwelle wollen Eisenbahner-Gewerkschaften die Reformpläne der Regierung für das staatliche Bahnunternehmen SNCF behindern. Der Auftakt dürfte den Zugverkehr des Landes in weiten Teilen lahmlegen: Nur zwölf Prozent der geplanten TGV-Hochgeschwindigkeitszüge fahren, die Lage im Regionalverkehr wird nur wenig besser sein.

Auch Zugverbindungen nach Deutschland betroffen

Betroffen sind auch die TGV-Verbindungen nach Deutschland, etwa zwischen Paris und Frankfurt am Main oder Stuttgart. Hier dürften zwei Drittel der Züge ausfallen. Bei den Thalys-Zügen, die unter anderem zwischen Paris und Nordrhein-Westfalen unterwegs sind, gibt es dagegen nur geringe Einschränkungen.

Bahnstreik in Frankreich
tagesschau 00:55 Uhr, 03.04.2018

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Bahnpendlern könnten damit nervenaufreibende Wochen bevorstehen, denn die Eisenbahner wollen immer im Wechsel zwei Tage streiken und drei Tage arbeiten. Und das über Monate - 36 Streiktage bis Ende Juni, so die Drohung.

Damit wollen die Gewerkschafter gegen den Umbau der SNCF protestieren, den die Regierung plant: Der vorteilhafte Eisenbahner-Status soll für Neueinstellungen abgeschafft werden, zudem soll das Unternehmen seine Kosten senken, um sich dem Wettbewerb stellen zu können, wenn der Bahnverkehr in Frankreich wie auf EU-Ebene vereinbart für Konkurrenz geöffnet wird.

Müll bleibt liegen

Müllberge in Marseille | Bildquelle: REUTERS
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So wie während des Streiks 2010 wird ab Dienstag der Müll in Frankreich liegenbleiben.

Auch die französische Müllabfuhr wird ab heute streiken. Fabriken, Müllwagen und Maschinen werden nicht bedient. Das erklärte der Allgemeine Gewerkschaftsbund CGT auf seiner Seite. Damit wollen die Mitarbeiter vor allem auf ihre Arbeitsbedingungen hinweisen. Mitarbeiter der Müllabfuhr, heißt es in der Erklärung, hätten ein dreifach erhöhtes Risiko, vor Ablauf des 65. Lebensjahres zu sterben als Mitarbeiter anderer Berufe. Eine ihrer Forderungen lautet deshalb, früher in den Ruhestand zu gehen.

Gezielte Stromabschaltung

Ebenfalls werden Mitarbeiter der französischen Strom- und Gaserzeuger ihre Arbeit niederlegen. Der Streik soll sich, dem CGT zufolge, über drei Monate hinziehen und mit gezielten Stromabschaltungen die "Wirtschaft des Landes" beeinträchtigen. Damit will die Gewerkschaft gegen "die Liberalisierung des Sektors" protestieren.

Glühlampe | Bildquelle: dpa
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Drei Monate lang könnte in Frankreich immer wieder das Licht ausgehen.

Konflikt mit Symbolcharakter

Medien sprechen schon vom "großen Durcheinander". Die Gewerkschaften sind entschlossen, einen langen Atem zu beweisen, um die Regierung in die Knie zu zwingen. Für den sozialliberalen Staatschef Macron und die Mitte-Regierung geht es dabei um mehr als den Umbau von Bahn- und Energieunternehmen: Der Konflikt hat Symbolcharakter. Wenn die Regierung einknickt, würde dies ihre Position für weitere Reformpläne deutlich schwächen.

Viele denken an 1995, als Vorhaben des damaligen Premiers Alain Juppé nach heftigen Streiks zurückgenommen wurden. Die öffentliche Meinung ist bislang gespalten: Laut einer Umfrage des Instituts Ifop für die Zeitung "Le Journal du Dimanche" halten 46 Prozent den Streik für gerechtfertigt. Zugleich wünschen 51 Prozent der Befragten, dass die Regierung die Reform durchzieht.

Die große Frage ist, wie die Franzosen reagieren, wenn über Wochen immer wieder die Züge stillstehen. Die Regierung hat den Ton bereits verschärft und prangert eine "Blockadehaltung" an, obwohl Gespräche über die Reform noch gar nicht abgeschlossen seien.

Flugzeuge von Air France | Bildquelle: Reuters
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Bei Air France wollen Flugbesatzungen und Bodenpersonal ebenfalls streiken.

Erneut Flugausfälle

Parallel wollen auch Beschäftigte der Fluggesellschaft Air France streiken - dort geht es um höhere Gehälter. Nach drei Streiktagen im Februar und März riefen die Gewerkschaften bei der französischen Fluggesellschaft Besatzungen und Bodenpersonal am Sonntag zu dem zweitägigen Ausstand auf. Zwei weitere Streiktage sind für den 10. und 11 April geplant.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 02. April 2018 um 12:03 Uhr.

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