Bruno Le Roux | Bildquelle: AFP

Vorwurf der Scheinbeschäftigung Frankreichs Innenminister Le Roux tritt zurück

Stand: 21.03.2017 20:15 Uhr

Nach Enthüllungen über die frühere Beschäftigung seiner Töchter im Parlament tritt der französische Innenminister Bruno Le Roux zurück. Er habe bei Staatschef Hollande seinen Rücktritt eingereicht, sagte der Sozialist. Sein Nachfolger steht bereits fest.

Der französische Innenminister Bruno Le Roux tritt von seinem Posten zurück. Das gab der Sozialist bei einem Auftritt in in Bobigny nahe Paris bekannt. Er habe seinen Rücktritt bereits bei Präsident François Hollande eingereicht.

Hintergrund ist die Affäre um die frühere Beschäftigung seiner Töchter als parlamentarische Mitarbeiterinnen. Die Finanzstaatsanwaltschaft hatte wegen der Vorwürfe der Scheinbeschäftigung bereits Vorermittlungen eingeleitet. Laut dem Fernsehsender TMC sollen die Töchter in den Jahren 2009 bis 2016 im Parlament gearbeitet haben - zunächst als Schülerinnen in den Ferien, dann als Studentinnen mit befristeten Verträgen. Das Problem: Die Zeiten, in denen die beiden Frauen im Parlament gearbeitet haben sollen, überschneiden sich mit Schulzeiten und Praktika-Phasen.

Dass er als Abgeordneter seine Kinder beschäftigt hatte, gab Le Roux bereits bei einem Fernsehauftritt zu. Er betonte jedoch, die Verträge seiner Töchter hätten "natürlich alle der wirklich geleisteten Arbeit" entsprochen.

Le Roux erst seit 2016 im Amt

Le Roux ist erst seit Dezember 2016 als französischer Innenminister tätig. Er folgte Bernard Cazeneuve ins Amt, der den Posten für Manual Valls übernommen hatte. Valls gab die Position freiwillig auf, um für das Amt des Präsidenten kandidieren zu können.

Der neue Innenminister steht bereits fest: Auf Le Roux soll der aus Deutschland stammende Matthias Fekl folgen, wie der Elysée-Palast mitteilte. Der 39-Jährige war zuletzt Staatssekretär für Außenhandel.

Gerade in Bezug auf den laufenden Präsidentschaftswahlkampf erhält der Rücktritt von Le Roux noch einmal besondere Brisanz. Denn der Vorwurf der Scheinbeschäftigung steht auch gegen den konservativen Kandidaten François Fillon im Raum. Er soll seine Ehefrau Penelope jahrelang nur zum Schein beschäftigt und dafür Hunderttausende Euro Steuergelder kassiert haben. Auch gegen ihn laufen Ermittlungsverfahren, zudem fordern selbst Parteikollegen aus den eigenen Reihen seinen Rücktritt. Bislang weigert sich Fillon jedoch, seine Kandidatur um das Amt als Staatschef aufzugeben.

Über dieses Thema berichteten am 21. März 2017 Tagesschau24 um 18:00 Uhr und Tagesschau um 20:00 Uhr.

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